Samstag, 22. Juli 2017

record perspectives ( II )



[ Nach dieser Woche wahrlich geboten:
Cool-down-content. Für Ihre strapazierten Phantasien.


Teil 2 der Ansammlung
von Kreativität anderer Menschen
in Form von Albumcovern.

Schönes Wochenende! ]













Freitag, 21. Juli 2017

Eine Dominanz fürs Leben ( Teil 3 )




[ letzter Teil heute.
Ich hatte mir das einfacher vorgestellt. ]


Aber zu dem Einsatz von Seilen sollte es nicht mehr kommen:
Erstens fehlte der Rumänin der spontane Charakter beim langsam-gefesselt-Werden.
Und diesen Vergewaltigungs-Charakter, den brauchte sie.

Und zweitens war ich ihr -so irre das klingt- insgesamt zu weich.
Was sie brauchte, war ein rücksichtsloser, gefühlsarmer Zuschläger.
Am Besten so einen Osmanenzuhälter (den hat sie dann auch bekommen, glaube ich).

Und der gefühlsarme 24/7- Alltagsdiktator, der war ich nie.
Könnte ich auch nie - beim Sex ist Rollenspiel das Eine, aber im Alltag?
Wirklich ein Dom, 24/7 ?

Der drohende Verlust ihrer Liebe brachte mich an den Rand des Wahnsinns,
und in einer dieser Wahnsinnsphasen machte ich dann Dinge, die mir selbst
sehr geschadet hatten - und sie vermutlich endgültig vertrieben.

Eine Woche später war ich neu lieert:
Meine blonde Azubiene stand eines sonntags morgens vor der Tür.
Mit einem gepackten Picknickkorb. Sekt. Und schwarzer Unterwäsche.
Und ich noch mit verklebten Augen im Schlafi und unrasiert.

Eine ganz normale Schmusesexgeschichte, und ziemlich schlechter Sex.
Kann mich kaum erinnern, es waren auch nur 2 Monate Beziehung.
Die ebenfalls durch meine schwer angeschossene Emotionalität den Bach runter ging.

Es war alles so ungerecht.
Ich war zutiefst verletzt noch von der vorherigen Sache die ich nie verarbeitet hatte.

Und irgendwann nach etwa 3 Jahren fing ich an, richtig wütend zu werden.
Eine unglaubliche Rachsucht breitete sich in mir aus.
Wie ein Feuer des Hasses.
Der Wunsch, Schmerzen zuzufügen, wuchs - ganz entgegen meiner sonstigen Art.

Das letzte Gespräch hatte sie mir an der Wohnungstür verwehrt.
Die Wut über das, wie sie in den letzten Wochen unserer Zeit mich behandelt hatte,
wirkte wie ein innerer Schwelbrand.

Ich löschte ihn - mit Feuer.
Genauer gesagt: Mit PDF-Comics.
Nicht irgendwelche Comics: Fansadox.
Im Internet war ich darauf gestoßen.
Vielleicht überlegen Sie sich das 2x, bevor Sie das googlen.

Sehr hartes, teilweise sehr krankes Zeug.
Oft drehten sich die Geschichten um furchtbare, sexuelle Rache für zuvor erlittenes Unrecht.
Manchmal aber auch nur um puren Sadismus.
Eine sehr giftige Mischung für eine weidwunde Seele.

Auch die inzwischen neue, langlaufende Beziehung (die derzeitige) änderte nichts
an diesen Gedankengängen, die mich nachts heimsuchten.
Zum Glück konnte ich nach einigen Jahren (es waren wirklich Jahre) die Hassgedanken ablegen.
Und eine Art Frieden mit dem Vorgefallenen machen.

Aber da waren diese Comicabbildungen immer noch in meinem Kopf, die ich gesehen hatte.
Hundertfach.
Mit Fesseln.
Ketten.
Kletterwänden.
Prangern.
Schaukeln.
Holzböcken.
Turngeräten.
Und allerlei sonstigen Fixierungsmöglichkeiten.

Aber nun nicht mehr aus Rache, nicht mehr aus Hass.
Das lag mir doch gar nicht, dachte ich.
Und auch nicht unbedingt als Hilfsmittel für rape-roleplay.
Sondern als das, wofür sie in meinen Augen eigentlich wirklich da waren:
Lust. Reine gemeinsame Lust.

Meine diesbezügliche Fotosammlung wuchs, meine Videosammlung ebenfalls.
Wahrscheinlich sind es über 80.000 Dateien inzwischen.
Die Festplatten wurden immer schneller voll.
Und: Ich wurde immer neugieriger auf eine eigene Anwendung.

Und dann tat sich eines Tages (ich war schon verheiratet) die Gelegenheit auf,
eine ebenfalls verheiratete Frau zu treffen, die gleichgesinnt schien.
Und wir waren beide nun mal mit nicht-Gleichgesinnten verheiratet.

Ich bestellte mir heimlich Utensilien, eines nach dem Anderen.
Und begann, mir einen verschließbaren "Spielzeugkoffer" anzulegen, der mich
in das eine oder andere Hotelzimmer begleiten würde.



Handgerte.
Nippelklemmen.
Hand- und Fußmanschetten.
Gewebeband.
Kabelbinder.
Spreizstange.
Elektrostimulatoren.
Magic Wand.
Karabinerhaken.
Metallgliederketten.
Zehenfesseln.
Augenbinde.
Ohrenstöpsel.
Gagball.
Anal-plug.
Usw.

Dann kam es zu einer Verabredung.
Beim ersten Treffen hab ich in Wirklichkeit gezittert wie Espenlaub.
Das wurde aber gut von den Psychopharmaka überdeckt.

Und dann durfte ich mir natürlich nicht anmerken lassen, dass ich ja
eigentlich null praktische Ahnung hatte von der Anwendung, dem Anlegen usw....

Gemessen daran lief es glaube ich ganz gut:
Nach 30 min inklusive Begrüßung, bisschen was trinken und warming up
war die Dame fluchtunfähig gefesselt, blind gebunden und lag
gut verpackt auf dem Bauch nackt in ihrem Schlafzimmer.
Und meine Karmagra hatte begonnen, ihre prachtvolle Wirkung zu entfalten.

Und als ich sie da so liegen sah, da war sie wieder:
Diese tiefe, innere Ruhe in mir.
Da fühlte ich mich ich wieder ganz angekommen.



     Dreieinhalb Jahre später:

Der Captn schließt morgens daheim mit veritablem Restalkohol im Blut
eine seiner ausgebauten PC-Sicherungsfestplatten ans Notebook.

Wir suchen Fotos aus jener Zeit.
Glücklicherweise sind sie auf jener der zwei Festplatten, welche NICHT defekt ist.

Da stolpern wir tatsächlich über die verloren geglaubte Aufnahme:
Vor Jahren, nachts.

Nach dem Feiern in einer Studentenstadt im Nachbarbundesland.
Angeschickert deluxe und zurück auf dem Hotelzimmer.
Die Dame, der Captn und ich, eine aufgeschlossene Partykombo.
Bissabdrücke.

Der Spielzeugkoffer, seine Neugier.
Unser Grinsen.
Das Präsentieren und Erläutern unserer Spielzeugsammlung.
U.v.a.m.

Da entstand dieses Foto.
Es trägt bei mir auf dem Rechner ab sofort den Dateinamen HALBE BAUMARKT-FILIALE.jpg.