Freitag, 24. Februar 2017

Donnerstag, 23. Februar 2017

5 lives rerevisited


Ronald Pofalla

Diplom-Sozialpädagoge. Studierter Jurist.

Über etliche Jahre hinweg -schon während der Studiumszeit- mit einem monatlich vierstelligen Betrag "gefördert" von einem Müllentsorgungsunternehmen, was somit fast zwangsläufig in einer CDU-Karriere enden musste.

Folgerichtig mündete der so gewissermaßen mit Müll geebnete Karriereweg dann auch in gerader Linie zum CDU-Generalsekretär, außerdem zum Minister für besondere Aufgaben (allein dieser Titel und diese Aufgabe in Deutschland sind einzigartig auf der Welt) sowie zum Kanzleramtschef.
Im Prinzip also drei mal das Gleiche, aber in unterschiedlicher Vergütung.
Seit 1975 CDU-Mitglied, sofern zu seiner charakterlichen Portraitierung noch Bedarf bestand.

1994 ermittelte die Staatsanwaltschaft, weil die Pofalla zugeflossene Summe über DM 1,4 Mio nicht ganz geklärter Herkunft war (Kohl-Ära !). Das Verfahren wurde eingestellt.

In den nächsten 3 Jahren bis 1997 erfolgte erneut ein nicht dokumentierter, aber entdeckter "Vermögenszuwachs" über DM 700.000, erneut ermittelte die Staatsanwaltschaft.
Pofallas Immunität wurde nach Monaten aufgehoben, und wundersamer Weise brachte die anschließende Hausdurchsuchung keine Ergebnisse (mehr).

So bereits zwei mal als Teflon-Ronald hoch dekoriert, war der Sprung in den engsten Schutzschildkreis der Kanzerlin-Mutti nur noch eine Frage der Zeit.
Hielt seither der Kanzlerin alle Abweichler mit teils rabiaten Methoden vom Hals, sogar gemessen an CDU-Verhältnissen.

Mobbte den durch und durch integren CDU-Kollegen Wolfgang Bosbach mit geschrieenen Sätzen wie
"Ich kann den Scheiß nicht mehr hören!" / "Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen!"
in die Defensive und damals fast aus dem Bundestag.

Machte sich im Zuge der BND-Geheimdienstaffäre (dessen Koordinator er war) einen Namen, in dem er die schriftlichen Enthüllungen wegen Gesetztesverstößen gegen den BND mit einer schriftlichen Erklärung des BND zu entkräften versuchte , man habe gegen kein Gesetz verstoßen und damit erkläre er, Pofalla, die Affäre hiermit für beendet.
Das brachte ihm wochenlang verdiente Häme in sozialen Netzwerken ein unter dem hashtag #pofallabeendetdinge.

Setzte 2013 einige Staatssekretäre unter Druck, weiter für "Stuttgart 21" einzutreten, obwohl wirtschaftlich weder sinnvoll noch tragbar. Staatsanwaltschaft schlug Verfahren nieder. Neue Beweise dafür tauchten auf, neue Anzeige, erneut niedergeschlagen.

Lediglich 1 Jahr später wechselte Pofalla zur Deutschen Bahn, wo er ab Anfang 2017 den Lenkungskreis "Stuttgart 21" leiten und so von seinen eigenen Machtmissbräuchen der politischen Vergangenheit profitieren wird.
Gilt als heißer Kandidat auf die Nachfolge seines engen Freundes Rüdiger Grube, der den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bahn Anfang 2017 abrupt niederlegte.



Marissa Mayer

Baujahr 1975 in den U.S. of A. Informatikerin und Managerin.
Exfreundin von Google-Gründer Larry Page.

Gründungsmitglied von Google (Personalnummer 20 und erste weibliche Ingenieurin überhaupt bei Google), hat sich dort hochgearbeitet von der Informatik-Gruppenleiterin bis zum Vice President.

Galt auch wegen ihrer offenkundigen Attraktivität als "Goolge's face" und wurde 2008 zu den
"50 mächtigsten Frauen der Welt" gezählt - als Jüngste.
Galt bereits seit ihrer Kindheit als diszpliniert wegen ihrer Ballett- und Klavierstunden.
Wollte ursprünglich Kinderneurochirurgin werden und hatte dies auch angefangen zu studieren, sich aber später für "symbolische Systeme" umentschieden, wo sie zwei exzellente Abschlüsse, beide mit Schwerpuntkt künstliche Intelligenz.

Wechselte nach ihrer Degradierung bei Google 2010 knapp zwei Jahre später als CEO an die Spitze von YAHOO!. Morgens am ersten Tag wurde sie als neuer CEO bekanntgegeben, nachmittags gab sie ihre Schwangerschaft und bevorstehende Auszeit bekannt.

Führte nach ihrer Rückkehr das "PB&J"-Programm ein, welches schnelles feedback an das Management ermöglichte: Sobald sich 50 Angestellte für ein und denselben Sachverhalt als verbesserungswürdig voteten, wurde dieser automatisch dem Managemantboard zur Beobachtung aufgetragen.

Im selben Jahr beende Sie mit der Telearbeit eine bei YAHOO! gut etablierte und kulturell gelebte Praxis mit der Begründung, die Angestellten sollten zurück in ihre Büros kommen, eine Zusammenarbeit sei nur innerhalb der Büros möglich.
Auf der anderen Seite verbesserte sie die Regulierungen zur Elternzeit und den Mutterschaftsschutz bei YAHOO!.

Der Kauf von Tumblr (der letzen der größeren, noch erwerbbaren social media Plattformen) war der einzige und letzte Versuch, wieder in das Hauptgeschäft mit Werbekunden im Internet zurückzukommen.

Ab 2014 wurde die Situation für Mayer und YAHOO! kritisch, da mehr als ein Dutzend Schlüsselpersonen in leitender Stellung das Unternehmen verlasen hatten, Tumblr teilweise abgeschrieben werden musste, der ohnehin schwache Aktienkurs mehr als 30% gefallen war.

Spätestens, als die Gesamtkapitalisierung der YAHOO!-Aktie auf einen Wert nur minimal über dem Barwert der ALIBABA-Beteiligung in China notierte (und also der Markt YAHOO! und seinem Geschäftsmodell AN SICH somit lediglich einen Wert von wenigen Dutzend Millionen Dollar bescheinigte) war YAHOO! zum Übernahmekandidaten geworden und Mayer sah sich offiziell gezungen, die Firma zum Verkauf zu stellen.

Im Januar 2016 war der innere Wert von YAHOO! unter null Dollar gefallen.
Im Mai 2016 wurde der Verkauf an Verizon angekurbelt und Mayer sollte eine Entschädigung von USD 55 Mio erhalten, sollte sie binnen eines Jahres gekündigt werden.
Im Januar 2017 zog sich Mayer von der Konzernspitze zurück.


Michael D. Hausfeld

US-Staranwalt jüdischer Herkunft. Jahrgang 1944.
Seine Eltern überlebten den Holocaust, er gilt als einer der besten Anwälte der Welt.
Seine Kanzlei ("Hausfeld LLP") residiert in Washington D.C., K-Street.

Das Jewiki schreibt über ihn "sendungsbewusst, mitunter emotional, aber stets bedacht, maximalen Druck auf seine Gegner auszuüben, ist Hausfeld zumal für seine europäischen Kontrahenten eine irritierende Figur."

Derzeit als federführender Klagevertreter für Privatkunden in den U.S. of A. gegen den VW-Konzern bekannt.
Schrieb VW-CEO Michael Müller einen Brief, er möge ihm doch bitte binnen 14 Tagen einen Termin einräumen, um schon mal den Vergleich für die deutschen Kunden vorab zu besprechen.
Falls nicht, werde es noch sehr viel teurer für VW.
Es geht mindestens um 2,5 Mrd. Eur.

Zuvor hatte Hausfeld sich erfolgreich mit den Öl-Riesen Exxon und Texaco angelegt.
Er verklagte die Tabakindustrie wegen des Verkaufs von Light-Zigaretten.
Er trieb Schweizer Banken, die sich am Vermögen von Holocaust-Opfern bereichert hatten, in einen teuren Vergleich.

Und vor Allem scheute er die Auseinandersetzung mit Regierungen nicht - beispielsweise der deutschen, der er zusammen mit Kollegen einen fünf Milliarden Euro schweren Entschädigungsfonds ehemaliger NS-Zwangsarbeiter abtrotzte.

Hausfeld sagte zu dem Sinn seines Schaffens, dass "internationale Konzerne nicht auf nationaler Eben kontrolliert werden können. Dagegen kommen nur Bündnisse von staatlichen Aufsichtsbehörden und international agierende Klägerkanzleien."

Sein ex-Kommilitone sagt über ihn: "Er stand schon immer auf der Seite derer, die nicht in der Lage waren, ihre Rechte einzuklagen, der Unterdrückten, der Wehrlosen."



Shirin David


[ ganz im Ernst, bei DIESEM 5-lives-Wunsch
hab' ich mich leicht überwinden müssen. ]

Künstlername (engl. ausgesprochen) für die 21-jährige YouTuberin und Instagrammodel
Barbara Davidavicius. Iranischer Vater, litauische Mutter.

2 Mio Abonennten ihres YouTube-Kanals können sich Woche für Woche für Woche von der ungekünstelten Art und geschmackvollen, natürlichen Schönheit des social media-Jungstars überzeugen, während sie beauty- und lifestyle-Tipps im Rahmen eigener Erfahrungsberichte in die Kamera prostituiert.

(Anspieltipp: Ein echter Leckerbissen des Landes der Dichter und Denker
erwartet Sie auf der Einsprungmarke 3:08, da zeigt die Frau Ihre Büchersammlung.
Prädikat: Sehenswert!) 


Begann mit 4 Jahren Musikunterricht (Geige, Oboe, Klavier - scheißegal, Hauptsache Blasinstrumente - das kann man später immer mal brauchen, spätenstens beim Bohlen) und sitzt für 2017 auch in der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" (TA-DAAAA!).

Auf ihrem Instagram-account (3,4 Mio. Abonennten) kann man zwischen ungezählten Barbiepuppengesichtfotos auch eines entdecken, auf welchem sie am Strand einen roten Baywatch-style-Badeanzug trägt, den sie zwar recht ansprechend ausfüllt (Silikon), der aber am Stärksten gewinnt durch seine überaus treffliche Aufschrift: "SURFBOARD".
Besser hätte man's eigentlich nicht charakterisieren können.

Zog nach vollzogenem Schauspiel-, Tanz. und Theaterunterricht (Hamburger Staatsoper. Die nehmen auch echt jeden.) nach Köln, um sich ganz ihrer YouTube-Karriere zu widmen.
Vermutlich auch des passenderen Ambientes wegen.

Bisher mit 2 Rollen im deutschen Kino vertreten, die nicht als Start in eine größere Filmkarriere missverstanden werden können: "Fack ju Göhte 2" und "Kartoffelsalat - Nicht fragen!"

Über ersteren sagt sein Regisseur "Der Plan war einfach nur, dass Teil zwei nicht scheiße wird." und über den Titel des Letzteren sagt dessen Erschaffer, "dass ihnen nichts Besseres eingefallen sei. Daher stammt auch der Untertitel „Nicht fragen!“. 

Ihre Fans nennen sich "Shirizzles" und können sich im Shirizzleshop mit der Textil-Linie ihres Idols eindecken, was aber lediglich einen geringen Teil ihrer regelmäßigen Einkünfte darstellt - nach Schätzung addieren sich hierzu die YouTube-Einnahmen (ca.7.000 EUR), ihre ProductPlacements (ca. 50.000 EUR) und Affiliates ca. 12.000 EUR auf wenigstens monatlich EUR 70.000, die Einnahmen aus DSDS noch nicht mitgerechnet (ca. EUR 9.000 mtl.).




Janina Kugel

(gewissermaßen der absolute Gegenentwurf zu Shirin David)

Vorstandsmitglied der Siemens AG und im engsten Beraterkreis ("Joes Küchenkabinett")
des Siemens-CEOs Joe Kaeser, Baujahr 1970, gebürtige Stuttgarterin.
Personalverantwortung für über 340.000 Mitarbeiter.

Karrierestart als Unternehmensberaterin bei Accenture (vormals Anderssen Consulting), danach bis auf einen kurzen Abstecher zu den ausgegliederten OSRAM durchgängig im Siemens-Konzern beschäftigt, Schwerpunkttätigkeit dabei weltweit auf mehreren Kontinenten im Bereich human resources.

Seit 2014 zusätzlich diversity-Beauftragte macht Kugel sich stark für Frauen in Führungspositionen und erläutert dediziert die Gründe für ihr bisheriges Fehlen ebendort.
Häufiger  als andere Frauen zum gleichen Thema befragt verortet sie einen Grund für diesen Umstand in einem Effekt, den sie als "unconscious bias" bezeichnet - dem unbewussten ungewollten Vorurteil.

Als Beispiel nennt sie für die Neubesetzungen in großen Orchester den nachweislichen Effekt, dass immer dann mehr Frauen den Zuschlag erhalten, wenn das Vorspielen hinter einem Vorhang stattfindet.
Bei der Vorauswahl von Siemens-Bewerbern wird daher in Kürze digitale Intelligenz statt menschlicher Vorsortierung zum Einsatz kommen.

Als Siemens-Personalchefin (einer Position, auf der ihre 4 Vorgänger/innen mit dem Attribut "gescheitert" gehen mussten) dürfte ihr die schwierigste non-CEO-Rolle im Konzern zugefallen sein, das Thema Digitalisierung und Kostensenkung voranzutreiben, andererseits bei der traditionell starken Arbeitnehmervertretung des Unternehmens (welche schon dem einen oder anderen Vorgänger bei dessen Entsorgung mit Rat und Tat zur Seite stand) in Ungnade zu fallen.

Auf die Frage, ob man sich als Frau nicht immer auch entscheiden müsse zwischen Kind und Karriere und wie das als Mutter von Zwillingen sehe, antwortete sie, jede Entscheidung im Lebenhat an anderer Stelle einen Kompromiss zur Folge - auch sie selbst habe ihre Kinder nicht immer selbst zum Turnen gefahren, sondern die Nanny, aber sie halte das auch nicht für entscheidend.

Über den digitalen Wandel sagt sie:
"Jede industrielle Revolution hat zu Ängsten geführt, und keiner hat die Glaskugel, um vorauszusagen, wie die Zukunft ganz genau aussehen wird.
Realität ist, dass wir in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern unterm Strich nicht zu weniger Beschäftigung gekommen sind durch die Entwicklung und Weiterentwicklung der Industrie.“ 


Mittwoch, 22. Februar 2017

Simply irresistable



[ bin in München.
Auf Tagung.

Musste an Robert Palmer denken,  als ich
unseren neuen Oberchef  auf der Bühne sah.

Und an seinen Song,  als ich seine Sekretärin erblickte. ]