Dienstag, 29. März 2016

Servant of the pump


Montag,
09.41 Uhr


Überlege mir, heute vormittag die seit dem letzten Herbst ununterbrochen laufende Teichpumpe
mal aus dem Morast, der sich einst Gartenteich nannte, hervorzuheben.


Das stimmt so natürlich schon mal nicht.
Tatsächlich überlege ich an seit Wochen abnehmend guten Gründen dafür, es NICHT zu tun.
Weil ich WEISS, welcher Anblick mich da erwartet. 


Beispielsweise könnte so ein schutzbietender Hinderungsgrund der Umstand sein, dass heute ein Feiertag ist.
Und man DA nicht im Garten zu arbeiten hat (Schwabenland).


Befrage zu diesem Zweck jemanden, der auch sonst alles besser weiß und mit Rat und Orientierungshilfen
dankenswert selten spart.

Die so befragte Gattin hingegen wirft -wie mir scheint etwas zu leicht spitzzüngig- ein,
dass das Reinigen einer Teichpumpe ja nun wirklich nicht mit nennenswerter Geräuschentwicklung im Garten einhergehe, nichtmal bei MIR.

Und dass demnach kaum mit nachbarschaftlicher Unbill zu rechnen sei.
Zumal unsere Vermieterin bis heute Abend aus dem Haus sei.


09.42 Uhr

Suche nägelkauend nach Gegenargumenten für die Einlassungen der Gattin, dabei zunehmend
nach argumentativem Strohfeuer greifend.

Ob das denn gut wäre für die Teichfische, die wären schließlich noch im Winterschlaf, bislang sei Keiner
an die Oberfläche gekommen. Die würde ich doch sicher aufschrecken mit dem Radau.


Gattin greift zu ihrer fertig gepackten Fitnessstudiotasche und hebt die rechte Augenbraue
mit den Worten, da wir mit offenem Schlafzimmerfenster schliefen, würden die Fische
schon täglich ab 05.30 Uhr von meinem Geschnarche geweckt, da solle ich mir
jetzt mal eher KEINE Gedanken machen.

**EXIT GATTIN**

09.52 Uhr

Stelle missgelaunt das argumentative Scheitern meiner Teichpumpenreinigungsvermeidung fest
und beschließe seufzend den Beginn der Reinigungsarbeiten für 10.00 Uhr.


10.03 Uhr

Na, jetzt aber wirklich.

10.07 Uhr

Mist. Die Jeans für die Gartenarbeit ist auch sofort gefunden.
Mist. Sie passt auch noch.
Tja. Wenn's mal läuft.


10.15 Uhr

Hocke mit schmerzenden Knien in Fleecejacke und bewollmützt auf dem Holzsteg im Garten
und fische am Stromkabel entlang unter Wasser nach der Teichpumpe.
Diese ist von außen nicht mehr als solche zu identifizieren.

Vielmehr befindet sie sich bereits in der Aktivphase ihrer Sedimentierung.
Bekomme das Scheißteil schlichtweg nicht aus dem Wasser, so voller Schlamm und Morast ist das.

10.18 Uhr

Entsinne mich mit geschlossenen Augen der wesentlichen Kinofilme meiner Kindheit:
  •  Bernhard &  Bianca - Die Mäusepolizei
  • Class
  • Die blaue Lagune
  • Star Wars  - Das Imperium schlägt zurück

Wähle gedanklich den Star Wars-Film aus (die Dagobah-Szene) und nutze lang vergessene Jedi-Kräfte,
um die Pumpe schließlich aus dem Morast zu heben.

Beginne nach dem Öffnen des Pumpengehäuses dann auch, Yodas Gesichtsfarbe anzunehmen.


10.24 Uhr

Die Einzelteile der Pumpe sind auseinander gebaut, jetzt wäre abspritzen toll.

(Man MUSS kein MANN sein, um sogar in DIESEM Umfeld noch
an Sex denken zu können, aber es hilft.)
Dazu wäre es natürlich hilfreich gewesen, VORHER den Gartenschlauch aus dem Keller zu holen.
Und vor Allem erst mal die Gartenbewässerung wieder aus dem Winterschlaf zu holen.



10.28 Uhr

Stehe mit eingezogenen Lippen im Keller vor einem Gewirr an Zuleitungen, Ableitungen, Wasseruhren
und einem Dutzend halben Möglichkeiten, diese auf- und zuzudrehen.


Finde erleichtert den bisher immer vom verstorbenen Vermieter im Frühjahr betätigten Wasserhahn für die Außenleitung.



10.29 Uhr

Die soeben erlangte Freude ist einem langen Gesicht gewichen, als ich die Rohrleitung weiterverfolge
und mich schon EIN BISSCHEN frage, wie da seither Wasser hat fließen können.










10.38 Uhr:

Finde nach längerem Suchen einen undokumentierten Hebelschalter hinter der Zentralheizung,
dessen Betätigen Fließrauschen in der Hauswand verursacht.
Eile behenden Schrittes nach draußen ums Haus herum um freudig erregt festzustellen,
dass es munter rausspritzt.


10.38,63748 Uhr

Renne noch behenderen Schrittes wieder zurück in den Keller, um den dort vergessenen Gartenschlauch sowie
dessen wichtigste 17 Kupplungsstücke und das Kopfstück mit beiden Händen in Vorhalte nach draußen zu befördern.

10.42 Uhr:

Offensichtlich sind über den Winter auch alle Dichtungsgummis sedimentiert, jedenfalls sprenkelt der frisch montierte
fest geschraubte Gartenschlauch am Hahn wie ein Fünfzehnjähriger nach dem ersten Sex.

Aber egal jetzt, Hauptsache ich kann endlich die Pumpe sauberspritzen. (da, schon wieder) 
Bei der Gelegenheit trete ich rückwärts in die Hinterlassenschaften der Nachbarskatze in unserem Rasen
(deren augenblickliche Verdauungsleistung wechselnden Qualitäten zu unterliegen scheint) und freue mich ein weiteres Mal

über fließendes Wasser im Garten zu verfügen.

10.51 Uhr:

Die gröbsten 4 Kilo Algenschlamm sind aus der Pumpe beseitigt, da fällt mir ein,

dass ich die UV-Lampe auch mal wieder auswechseln könnte.
Das sollte man eigentlich jedes Jahr machen - deshalb hab ich auch vor zwei Jahren eine Neue auf Reserve gekauft, die sich seither in der Garage auf ihren Einsatz wartend befindet.

10.55 Uhr:

Stehe fassungslos umherstarrend in der Garage und finde dort, wo ich die Ersatz-UV-Lampe wähnte, nur noch den Pflanzendünger und die Kakteenerde der Gattin, die dort letzte Woche zum Zwecke der Frühjahrsbepflanzung gewütet gewerkelt hat.

Und dabei NATÜRLICH die dort bisher liegende UV-Lampe "aufgeräumt" hat.
Ist ja klar - da liegt das Scheißteil dort ZWEI VOLLE JAHRE unbehelligt genau DORT, wo es HINGEHÖRT, und dann kommt
THE WIFEY exakt fünf Tage vor dem benötigten Einsatz und "räumt sie auf" = versteckt sie.

Halte mir die Faust vor den Mund und versuche, so zu denken wie eine Frau - wohin verdammt nochmal würde ich so eine Lampe  "aufräumen", wenn ich eine Frau wäre?


Da ich nicht drauf komme, schalte ich wieder um auf "Mann" und denke erneut nach:
"Wo wäre der aus Sicht eines Mannes absolut LETZTE Platz auf Erden, wo
so eine UV-Lampe aufzubewahren SINN machen würde?"

Erblicke sogleich die über meinem Kopf aufflammende Geistesblitzleuchte.
Schreite dann sehr männlich zur Schublade mit dem Schlagbohrer und seinen Bohraufsätzen (Metall/Beton/Holz) und finde dort die eingewickelte UV-Lampe.


11.02 Uhr:

Zurück am Teich. Zwei Schrauben fixieren die Abdeckung zur UV-Lampe.
Eine = Schlitz, die andere = Kreuzschlitz.
Beschließe, den für solche Dinge Verantwortlichen ins Arbeitslager internieren zu lassen, sobald das mit der Machtübernahme hierzulande geklappt hat.


11.15 Uhr:

Die UV-Lampe ist gewechselt, die Abdeckung zurück verschraubt, die Grobfilter mit Flüssig- und Pulverklärer getränkt, der Diffusor gereinigt.

Die Pumpe wird wieder zurück ins Dagobah-System versenkt.
Ein letzter Streifentest zur Wassserqualität - der Teich ist überraschend gut durch den Winter gekommen.
Ha, ich sags ja, MEINE PFLEGE!


11.22 Uhr:

Die völlig veralgte und verdreckte Jeans kann in die Wäsche.
Ebenso die Socken.

Beschließe mit Blick auf das doch schon fortgeschrittene Alter der Pumpe und ihren Pflegezustand, sie demnächst mal durch eine Neue zu ersetzen - das gleich Modell nochmal, nur in jünger (= sogenannter "Beckenbauer-recall").

Setze mich an den PC, finde in meiner Bestellhistorie bei den Amazonen die Pumpe wieder und lege sie schon mal auf meinen Wunschzettel, als Erinnererung.
Klicke auf meinen Wunschzettel und finde dort DIESE Pumpe DREI MAL hinterlegt - 2015, 2014 und 2013 bereits.

Aha.

'Hatte ich DIESE supergute Idee also auch schon (das Eine oder Andere) Mal.
Der Zirkel des Lebens, letztlich manifestiert er sich im Algenschlamm auf unseren Teichpumpen.



[Sie merken schon, ich brauch jetzt Alkohol.]

Sonntag, 27. März 2016

and miles to go before I sleep


In dem Haufen an Katastrophen, denen ich die letzten 2 Jahre mit Anlauf und weit geöffneten Armen entgegen gerannt bin, ist eine einzige irrwitzigerweise von Jedem um mich herum unerkannt, unentdeckt geblieben.

Was maßgeblich dazu beiträgt, dass ich jetzt noch über zwei ganz wesentliche Eckpfeiler meines Lebens verfüge, nämlich

a) meine Ehe
b) meinen Job.

Eine der wirklich grandiosesten, lächerlichsten
Eigenbildfehleinschätzungen, denen ich je unterlegen bin.
Ein Bühnenstück,  so schlecht, dass jede Rosamunde-Pilcher-Verfilmung im ZDF Herzkino dagegen als glaubwürdige Doku durchgegangen wäre.

Kurz gesagt: Midlife crisis. Mann Mitte vierzig verliebt sich in eine Frau Mitte zwanzig.

Noch dazu eine, die nicht im geringsten seinem Typ Frau entspricht, die in jeglicher Hinsicht all das vermissen lässt, was ihm charakterlich an einem Menschen wichtig ist und die  -anders als ER- schon aus Gründen der beruflichen Vernunft nie und nimmer was mit ihm angefangen hätte.
Geschweige denn, dass sie mit ihm durchgebrannt wäre (das hatte er allen Ernstes erwogen).
Und mal völlig davon abgesehen, dass auch ER ihrem bevorzugten Typ Mann zu exakt 0% entsprach.

Eine Szenerie, an Würdelosigkeit und Fremdschämpotenzial fast nicht mehr zu übertreffen.

Aber bei der Herstellung von Wurst und von Gefühlen schaut der Ästhet ja besser mal weg - und so fand ich mich am 23.12. vor zwei Jahren zitternd und der Masse an Tränen nicht mehr Herr werdend über das Waschbecken im Badezimmer der Schwiegereltern gebeugt und beförderte nennenswerte Mengen an
Nasenschleimhautprodukten und körpereigenen Salzwassers in den fließenden Wasserstrahl (der diesmal nicht nur zu Bändigung der inneren Aufruhr da war, sondern auch um mein Geschluchze nach draußen zu übertönen).

Und für was?
Für den eine Stunde zuvor erhaltenen Korb von einer Frau,  mit der es kein einziges Mal Sex oder auch nur sonst irgendeine körperliche Begegnung gegeben hatte. Keinen einzigen Kuss.
Nichts. Nur Gespräche und Textmitteilungen.
Die von mir über Monate hinweg grandios fehlbewertet und fehlinterpretiert worden waren.

Und irgendwann hatte ich nicht mehr anders gekonnt, als es ihr zu sagen.
Dieses Eis, das sich sogleich über ihr Gesicht gelegt hatte.
Diese Distanz, die sich in Sekunden zwischen uns aufbaute.
Dieser Vorwurf in ihren Augen, wie ich so einen Vertrauensbruch in unserem Verhältnis hatte entstehen lassen können.
Wie ich auch nur eine SEKUNDE hatte glauben können, dass SIE was von mir gewollt hätte.

Wie nähert man sich einem Verhalten, dass man selbst nicht mehr versteht?
Dass man kopfschüttelnd rekapitulieren lässt, so als hätte man es gar nicht selbst erlebt?
Sondern als Film? Oder als Erzählung aus einem billigen Klischeeroman?

Vielleicht wollte ich "neu" geliebt werden. WARUM?
Vielleicht wollte ich neu "verstanden" werden - und mich noch einmal neu "erklären". WOZU?
Vielleicht wollte ich "ausbrechen" aus einem Umfeld, welches mich in eine nicht unerhebliche Depression hineinzuziehen ich zugelassen hatte. WOHIN?

Auch, wenn ich mit dem Abstand der Jahre diesbezüglich stabilisiert bin und wirklich grinsend auf mich in dieser Phase zurück blicken kann - ERKLÄREN kann ich mir mein Verhalten damals noch nicht vollständig. Und die Freundschaft ist ohnehin daran zerbrochen.

Ich muss noch eine zeitlang auf diesem Thema herumkauen und -grübeln, bis ich das Ganze vollständig für mich erfasst habe.
Auf diesem Weg werde ich noch etliche Meilen zu laufen haben, bis ich wieder vollständig ruhig schlafen kann und das Versprechen,  welches ich meiner Frau einmal gegeben habe, uneingeschränkt einlöse.

Samstag, 26. März 2016

Freitag, 25. März 2016

Donnerstag, 24. März 2016

flüssiger Frieden


Den Kopf ins Waschbecken gebeugt, die Ellbögen auf seinem Rand aufgelegt,
die Hände gefaltet unter den kühlen Wasserstarhl halten. Und dann die Augen zu und
so weit es geht runter mit dem Kopf an den Strahl, damit die Ohren möglichst nah an
dieses einmalige, unvergleichliche Geräusch rangelangen:

Den Klang, vielmehr die Musik klaren, kalten fließenden Wassers.

Jede Sekunde davon eine Therapieminute für mich.
Keine Stimmen, keine Geräusche, keine Bässe, keine Umgebung - nur dieses
wunderbare klare, reine Rauschen und ich.
Eines der wenigen Geräusche, die den Tinnitus vollständig auszublenden vermögen.

Früh schon lernte ich eher zufällig die heilende Kraft dieses Geräusches auf meinen
Organismus kennen. Ein paar Jahre lang musste ich mich dauernd übergeben und ich suchte
nach einem Weg, dieses Engerwerden im Hals, dieses Anschwellen des Speichelflusses
unmittelbar vor der Eruption zu vermeiden.

Da ich x-mal ohnehin schon den Kopf im Waschbecken hatte, merkte ich bald, dass
die Übelkeit sofort nachließ, wann immer ich das kalte Wasser laufen ließ.
Und je näher meine Ohren am Wassergeräusch waren, desto besser.

Oft genug wurden dabei die Ohren nass und eiskalt - aber ich liebte es, sofort die
Ruhe durch meinen Körper wandern zu spüren, wie eine große Schutzmacht, die vorrückt,
gegen die Aufstände in meinem Magen und meiner Speiseröhre.
Nicht selten ging sie als Siegerin aus dem Gefecht.

Die Jahre der Übelkeit sind vorbei.
Was blieb, ist die beruhigende Kraft, die auf meinen Händen von fließendem Wasser ausgeht,
die neutralisierende Ruhe, die vom Rauschen des Fließens auf mich übertragen wird
wie aus einem ewig währenden Depot flüssigen Friedens.

Die Zeiten, in denen ich nur noch selten auf diesen flüssigen Frieden zugreifen musste -
sie neigen sich dem Ende zu. Es fühlt sich ganz danach an.

Mittwoch, 23. März 2016

läuft bei Dir


Habe mich heute morgen  ein weiteres Mal von nützlichen Verbraucherinformationen weiterbilden lassen (*hüstel).

Lektion des Tages: Bei Leuten, bei denen es im Job und im Bett läuft, nutzen Samsung tablets.
Oder so ähnlich.

Hach, und dieser neckische Reim dazu. Herzwärmend.
 


Dienstag, 22. März 2016

in der Waschanlage


Samstags morgens, 09.10 Uhr.
Männerwarteschlange an der Waschanlage.

Falls Sie mal wieder den inneren Schelm füttern wollen:

Einfach Ihre Alufelgen dick mit säurefreiem Felgenreiniger einsprühen. Nicht abspritzen!

Dann warten, bis hinter Ihnen der Nächste ranfährt.

Sodann in Lederjacke, schwarzer Wollmütze und Sonnenbrille aussteigen
und in das ausgeschaltete Handy am Ohr raunen:

"Si Padre, si si ........ ja, wirklich ALLE.....no padre....
ja ganz sicher alle erwischt ...... nein, KEINER ist entkommen ..... si........
mille grazie, patrono!"


       DIESE GESICHTER!



Montag, 21. März 2016

monday


Sonntag, 20. März 2016

friendzoned


Aus heutiger Sicht kaum noch nachvollziehbar, wie unglaublich scharf ich in der Schule auf Hasi war
(so nannten sie ALLE. Weil sie manchmal sogar bis in die achte Klasse hinein während des Unterrichts gedankenverloren an ihrem Daumen nuckelte. Und dabei leicht hasig aussah^^).

Also ICH fand Hasi richtig toll.
Sie hatte dunkle, runde Augen, lange glatte dunkelbraune Haare und ein supersüßes Lächeln.
Ok, und wunderschöne riesige Möpse.
Himmel, ja doch - riesig.

Lediglich ihr extrem x-beiniger Gang war eine ästhetische Katastrophe (ein Überbleibsel eines nicht ordentlich austherapierten Bänderrisses, glaube ich).
Das war aber nicht weiter schlimm, denn in meinen Phantasien war Hasi sowieso niemals gehend.
Sondern immer liegend.
Sehr viel liegend.

Oft hatte ich den langen (und verflucht steilen) 14-km-Weg zu ihr mit dem Fahrrad auf mich genommen.
Nur um ihr nahe zu sein.

(Unvergessen die Party bei ihr, als ich mich nicht an sie rantraute
und mich frustriert binnen 30 min nach Eintreffen so dermaßen volllaufen ließ,
dass ich im Garten unter die große Tanne kotzte, einige Latten vom Gartenzaun
versehentlich rausriss und von ihrem Vater auf die Wohnzimmercoch zum Ausnüchtern
getragen werden musste, welcher dann zu meiner Sicherheit bei mir blieb
und mit dem ich mich dann sternhagelblau über Falkenzucht austauschte).

Sogar später, nach der Schulzeit kam sie immer mal wieder in meinen (meinem) Kopf – beispielsweise auf der Fahrt in die Kaserne nach Roth hatte ich plötzlich an sie denken müssen.

Mitten in der Sonntag-Abend-Nato-Rallye auf der A3 hatte ich am Steuer eine dermaßene Erektion ihretwegen bekommen, dass ich erst mal auf einen Parkplatz rechts ranfahren musste^^.

Aber der eigentliche Wendepunkt in meiner Sichtweise war da schon lange zurück – der kam auf der Klassenfahrt nach Italien, Sommer 1988:
Eine Szene, wie man sie sich in den übelsten Klischees billiger Teenieromanzen nicht hätte ausdenken können:
Ein lauer Sommerabend vor unserer Herberge.
Langes Licht, welches die Gesichtszüge goldig weichzeichnet und ihr Gesicht zu einem Traum werden lässt.
Das tief ausgeschnittene Sommer-T-Shirt und die etwas zu engen Hotpants lösen kaum zu bändigende Fliehkräfte in meiner Seele aus.
Wir zwei nebeneinander über das Geländer vor dem Haus gelehnt, in tiefe Gespräche vertieft, ihr Blick Richtung Abendsonne glänzend und lächelnd.

Und ich mit klopfendem Herzen bis in den Hals.

Kurz steigt Übelkeit in mir hoch, weil ich weiß, was ich ihr jetzt gleich sagen will und dafür schon seit Minuten mit tiefen Atemzügen den Sauerstoff im Vorfeld bunkere.
Für den äußerst wahrscheinlichen Fall, dass ich gleich anschließend ohnmächtig werde.

Ich drehe mich zu ihr und will ihr sagen, dass ich sie toll finde, dass sie mir mega gefällt und dass ich gerne mehr Zeit mit ihr allein verbringen möchte, dass ich ständig daran denke, sie in den Arm zu nehmen.

Das ist der Moment, als sich ihr Mund öffnet und sie ohne den Kopf vom Blick auf die Abendsonne wegzudrehen ganz leise spricht  


„Weißt Du….DU bist der einzige Mensch, mit dem ich wirklich darüber reden kann…ich bin so lange schon verknallt in den Simmon…der Typ ist soooo heiß, ich krieg den nicht mehr aus dem Kopf….“

Und dann, endlich, dreht sie sich zu  mir hin und fragt  „Was soll ich jetzt tun?“
(Ich weiß nicht, ob Sie schon mal aus Versehen auf eine Tüte
mit restlichen Chips oder Erdnussflips getreten sind, aber ich schwöre,
links aus meiner Brust kam in diesem Moment exakt das gleiche Geräusch).

Simmon. Ausgerechnet Simmon. Dieses Riesenarschloch.
Knackige Sportfigur.
Dunkelblond, grünstrahlende Augen.
Tennis-As.
Immer strahlendweiße hohe Nike-Turnschuhe an unter der engen moonwashed Markenjeans.
War auch mehr als einmal mit dabei, als seine Gruppe sich wieder einen Spaß draus machte, mich zu bullien.


Ausgerechnet der.

„Ich brauche einen Tipp von Dir als dem Einzigen, der mal NICHTS von mir will!“

Bäm.
Hart ge-friendzoned.
Binnen 30 Sekunden.
An diesem Abend begann meine Lambrusco-Karriere, glaube ich.

Wenn Sie als Frau einem Typen so RICHTIG eine verpassen wollen, sagen Sie ihm nicht einfach, dass Sie nicht auf ihn stehen.
Oder dass Sie sich etwas Anderes vorstellen für eine Beziehung.
Oh, nein.

Wenn Sie vielleicht VERMUTEN, dass derjenige andere Gefühle für Sie hegt, schieben Sie ihn hart aber rehäugig in die friendzone.
Und beteuern, wie sehr Sie ihn ALS FREUND schätzen und dass Sie ihn NIEMALS VERLIEREN möchten - als den Freund, den er ist.

Die friendzone, sie ist ein Gefängnis, in welchem nur die schweren Fälle untergebracht sind. Eines, aus dem es keine Ausbruchsversuche geben wird.
Wer hier landet, gibt alsbald auf.

Der Freundschaft wegen. 

Und vor Allem, weil er weiß: Jeder Ausbruchsversuch wird ihn dauerhaft aus ihrem Leben entfernen.

Die freindzone hat keine Gitter, keine sichtbaren Mauern.
Sie sieht so hübsch und von außen so adrett und gepflegt aus.
Außenstehende möchten sie nur zu gerne betreten.


Für MICH war sie die HÖLLE.
Mehr als einmal.
 



Samstag, 19. März 2016

Donnerstag, 17. März 2016

Wär' das nicht toll?



"Wäre es nicht gut, einmal an Deiner Stelle zu sein?
Auch wenn es nur für einen Tag wäre?
Wäre es nicht gut, wenn wir uns irgendwohin wünschen könnten?
Wäre es nicht gut, einmal an Deiner Stelle zu sein?
Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite.

Wäre es nicht gut, wenn wir ohne Sorgen leben könnten?"



Mittwoch, 16. März 2016

Never fuck the bookless

Die Gegenthese zu "sapiosexuell" lautet ja "dumm fickt gut".

Ich hab das persönlich jetzt noch nicht wirklich auf der Basis von eigenen Erfahrungen abschließend verifizieren können - dazu fehlt mir die statistisch repräsentative Breite (vermutlich war ich zu schüchtern).

So oder so - manche Fälle würde ich nur zu gerne verifizieren. In die eine oder andere Richtung.
Ganz egal.



Dienstag, 15. März 2016

Montag, 14. März 2016

CVJM ( f )


Am Wochenende war bei uns Altkleidersammlung im Ort.
Der CVJM hatte im Vorfeld 1 Sack und 1 Labelanhänger verteilt.

Als die Ehefrau ankündigte, das jetzt mal als Anlass zum Ausmisten zu nutzen, nahm ich seufzend den Sammelanhänger und legte den erstmal auf den Kopierer.
Weil EINER ja nie und nimmer reichen würde.

Danach prüfte ich, ob die Rolle mit den großen Müllbeuteln noch ausreichend voll war.
War sie.

Lektion 1:
Auf dem CVJM-Laster saßen morgens um 8 fast nur junge Mädels´hinten drauf - eigentlich überraschend für eine ehemals Schwulentreffpunktstätte. (Vielleicht heißt ja CVJM
aber mittlerweile auch Chica-Verein Junger Mädels?)

Lektion 2:
Wenn die Ehefrau mal anfängt auszumisten, kann's schon mal passieren, dass der Laster
nach uns gleich wieder umdreht und erstmal zum Abladen fährt.

Lektion 3:
Die Mengen, die WIR aussortieren, haben ANDERE nicht mal als GESAMTbestand im Kleiderschrank!
Genau deshalb -denke ich- sind die Sachen aber beim CVJM auch gut aufgehoben.
Hoffe ich.






Und das Geilste:
Es fehlen jetzt zwar mehr als 30 Paar Schuhe sowie körbeweise Oberteile und Blazer - aber wenn ich die Kleiderschränke (ja, Plural) öffne, sieht bei ihr  ALLES NOCH SO AUS WIE VORHER ?!?

Was bitte stimmt nicht mit dieser Frau ??!? ;-)

Sonntag, 13. März 2016

Samstag, 12. März 2016

Soulweeper 2


Nun, es ist vorbei - und ein Brief fliegt hoch zum Fenster hinaus
zu fangen eine Hand von Dir.

Könnte sein Verfasser doch nur verhindern
dass seine verdammten Worte
den Ärger und die Sorgen eines Mädchens hinausschreien.


Freitag, 11. März 2016

Never say never again

Ich soll niemals "nie" sagen.
Ich soll niemals "nie" sagen.

Ich soll niemals "nie" sagen.
Ich soll niemals "nie" sagen.
Ich soll niemals "nie" sagen.
Ich soll niemals "nie" sagen.

Und schon gar nicht "endgültig".

Weiß ich doch, is ja gut.