Donnerstag, 7. April 2016

Ein Wiedersehen. Vielleicht.


Sofern Du Dich nicht wieder in letzter Sekunde krank meldest, werden wir uns heute wiedersehen.

Eigentlich hatte ich ja gedacht, nach beinahe zweieinhalb Jahren wäre das Thema auch für Dich endlich durch.

Dass Du damals mich lange gemieden hattest wie die Pest, habe ich anfangs
noch nachvollziehen können. Obwohl mir Frauen, die sehr viel näher
an Deinem Alter sind als ich, mir damals schon gesagt hatten,
Deine Reaktion sei kindisch, zumindest aber reichlich übertrieben.

Aber gut, eine Enttäuschung zu verarbeiten sei Jedem auf seine Art und in seiner Geschwindigkeit zugestanden. Dachte ich mir.
Wer bin ich, darüber ein Urteil zu fällen?
Von so offensichtlich "außen" schauend?

Die Email, die ich Dir dann nach insgesamt zwei Jahren schrieb, wurde von Dir auf eine Weise beantwortet, die ...mir fehlen immer noch ein bisschen die Worte.
Sie war nun wirklich, wirklich nicht mehr angemessen, angesichts der vergangenen Zeit und des Umstandes mehrfacher Entschuldigungen meinerseits.

Aber es war ausgemacht, zumindest in der Öffentlichkeit wieder "ganz normal" und wie erwachsene Menschen miteinander umzugehen. Wie Kollegen das eben tun.

Wie groß war da meine Überraschung, als auf der Jahresstartveranstaltung jede, wirklich jede Gelegenheit von Dir aktiv vermieden wurde, mir zu begegenen.
Oder auch nur "Hallo" im Vorbeigehen zu sagen.

Wie schnell Du Dein Glas stets beiseite stelltest und den Tisch wechseltest, sobald ich mit einer Gruppe Menschen in Eure Nähe kam.
Wie schwer es Dir gefallen sein muss, aktiv aber gespielt zufällig an mir vorbeizusehen.
Was ich selbstverständlich aus den Augenwinkeln heraus bemerkte. Jedes Mal.
Ob meine Nähe für Dich so unerträglich ist? Warum nur?

Hmm. Vielleicht hatte ich mir "ganz normal wie Kollegen miteinander umgehen" zu leicht vorgestellt.

'Mal sehen, wie ICH damit umgehe.
Wenn Du heute drei Stunden vor mir sitzt.

Falls.

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