Donnerstag, 19. Mai 2016

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Ereignisreiche 12 Monate waren das jetzt bei uns im Job.

Mein Vorgesetzter: Nicht mehr da.
Dessen Vorgesetzter: Nicht mehr da.
Dessen Vorgesetzter: Nicht mehr da.
Dessen Vorgesetzter = Deutschlandchef: Nicht mehr da.

Von oben wieder die Treppe runter gezählt, hab ich jetzt in 15 Jahren den fünten CEO, den dritten Vorstand, den sechsten Chef der Ausschließlichkeitsorganisation und als direkten Chef den Fünften.
Zumindest mit der zuletzt benannten Neuerung hab ich -wie es
bisher den Anschein hat- wirklich Glück gehabt.

Was meinen eigentlichen Job betrifft, bewahrheitet sich so langsam, was ich vor zwei Jahren schon mal unter dem label "Die goldenen Jahre sind vorbei" (aber in zum Glück anderem Zusammenhang) notierte: Langsam wird's hier ungemütlicher.

Da, wo bis 2013 noch drei Leute die Betreuung und Beratungen machten, ist jetzt noch einer übrig
(das bin ich), die anderen sind eingespart worden oder in andere Funktionen überführt worden.

Ab etwa 2017/2018 fällt nochmal ein Kollege weg, auf den das bisher Gesagte ebenfalls zutraf.
Das bedeutet dann, dass ich SEINE 1-Mann-statt-bisher-3-Stelle MITübernehme:

Ich mache dann also einen Job, für dessen Gesamtumfang bis 2013 noch FÜNF Leute da waren.

Da fragt man sich natürlich schon, ob man das WILL.

Zumal ich festgestellt habe, dass ich einer der geringstbezahlten Leute bei uns bin
(ok, selber Schuld - in meiner Branche heißt es "Klöppeln gehört zum Handwerk"
und meint damit "Tue Gutes und rede viel darüber").

Und aus diesem Grund war ich vor nicht allzulanger Zeit heimlich in unserer Hauptverwaltung noch nach Seminarschluss, um mich mit dem Vorgesetzten einer anderen Einheit zu treffen.
Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich nämlich das Ausscheiden einer seiner Mitarbeiter ab - und er würde bald schon auf der Suche nach einem Ersatz sein.

Um es kurz zu machen: Für die zu besetzende Position hätte er sträflich leichtsinnig gehandelt, wenn er mich nicht in die engere Wahl einbezogen hätte. Die dort benötigten Spezifika sind rar gesät, ich hätte sie nahezu alle vollständig mitgebracht.
Und: Ich war ja auf dem Weg in die Unzufriedenheit in meinem alten Job.

Aber wie das Leben manchmal so spielt, kamen nahezu zeitgleich zwei Ereignisse zusammen - das Eine betraf mich, denn ich begann festzustellen, dass mir auch im veränderten alten Job immer noch einige meiner alten und liebgewonnenen Freiheiten belassen werden (liegt auch am Stil des neuen Chefs. Bisher.). Und im alten Job hätte ich nur 20% der Autofahrstrecken abzuleisten wie im neuen Job.

Und das Andere war: Diese neue Stelle - wird nun gar nicht erst frei.

Der alte Besitzer der Stelle hat sich rechtlich offenbar gut beraten lassen.
Und unser Unternehmen scheut eine gerichtliche Auseinandersetzung.
Der Betriebsrat stellt sich ebenfalls mit ausgestreckten Armen vor den Mann.
Hoffentlich machen die das bei MIR irgendwann auch mal,
wenn meine Zeit gekommen ist ;-)

Heißt: Der wird weiterbezahlt, egal ob er auf dieser Stelle ist oder nicht.
Und vor DIESE Wahl gestellt, sagt natürlich ein jeder Vorgesetzte:
"Ok, wenn er bezahlt werden muss und ich ihn nicht woanders unterbringen kann, muss ich ihn auch bei mir einsetzen, irgendwie."

Und so schloss sich die Tür wieder, die erst vor Kurzem einen Spalt aufgegangen war.

Wer weiß, wofür es gut war.
Es gibt intern die unausgesprochene Regel, dass wer mal zwanzig Jahre dabei war, unrasiert bleibt, wenn es mal wieder um Umstrukturierungen geht - das wär in wenigen Jahren der Fall bei mir.
Außerdem bin ich einer der Jüngsten, bald schon geht um mich herum der große Vorruhestandstsunami los.

Zwar wollte ich hier von der Stelle eigentlich auch jetzt gerade nicht weg.
Aber mit dem Schließen dieser Tür könnte schon aus Altersgründen eine der letzten
oder gar DIE letzte Chance vergangen sein, nochmal irgendwohin zu wechseln.
Ab Mitte vierzig wird's ja überall schwierig.

Wir werden sehen.

Kommentare:

  1. Wer weiß für was es gut ist. Manchmal sind Betriebsräte eben doch für was gut ;-) Aus Erfahrung kann ich dir sagen das du aktuell bis ca. 53 ohne Probleme unterkommen wirst. Der Trend dreht sich gerade was Fachkräfte angeht. Also weitermachen....

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    1. Im PRINZIP ja (Radio Eriwan-Antwort).
      Derzeit befasse ich mich unterstützend für eine Bachelorarbeit mit u.a. diesem Thema / Demographie im Betrieb. Aber mir kommen Zweifel, ob gerade UNSER Laden da schnell genug mitdenkt und langfristig denkt.

      Und dass BR's für was gut sind, haben wir hier gestern erst wieder im großen Mailverteiler gesehen - die haben bei uns erreicht, dass vor 2021 niemand betriebsbedingt gekündigt wird. :-D

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    2. Aus meiner Sicht ein Berufbild mit Zukunft. Vielleicht solltest du 2018 eine Kandidatur in Erwägung ziehen. Wenn du einen Wahlkampf Berater brauchst sag bescheid. Habe da einen gewissen Erfahrungsschatz *grins*

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    3. Ganz im Ernst - darüber hatte ich auch schon nachgedacht...;-)

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    4. .....als hätte ich es gespürt :-)

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