Samstag, 18. Juni 2016

#lookism


Großartiger Artikel.

Hätte man SO natürlich NIE verfassen dürfen, als Mann.
Aber so, aus der Feder einer Frau - einfach nur großartig.

Womöglich gibt es noch Hoffnung für den FOCUS.

Kommentare:

  1. Also ich finde den Artikel jetzt nicht so dolle. Klar, kann man darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, gegen angeblich sexistische Werbung ins Feld zu ziehen und ob es nicht andere Bereiche in punkto Gleichberechtigung oder Emanzipation gibt, in denen das Engagement wichtiger wäre. Aber das Ganze in Verbindung mit der Scharia zu setzen ist doch etwas weit hergeholt. Es geht den Feministinnen wohl kaum darum, den Frauen ein eigenes Selbstbild abzusprechen. Ganz im Gegenteil.

    Und ich persönlich finde, man kann schon darüber nachdenken, ob man unbedingt immer megaschlanke und/oder durchtrainierte Körper zeigen muss und welche Auswirkungen diese Bilder auf junge Menschen haben. Gegen leichtbekleidete Frauen und Männer (gibt es ja durchaus auch in der Werbung) grundsätzlich habe ich dabei allerdings überhaupt nichts einzuwenden.

    Aber das ist ein sehr komplexes Thema und dieser Artikel wird dem absolut nicht gerecht. Er ist einfach viel zu eindimensional und (vielleicht auch bewusst) reißerisch. Und ob von einer Frau oder nicht spielt dabei keine Rolle. Das macht es eher noch schlimmer...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Deine ersten beiden Absätze würde ich sofort unterschreiben - das sehe ich ganz genauso. Wobei ich denke, dass diese Form der Suggestion nicht nur auf junge Menschen Einfluss nimmt - oder warum rennen die Frauen mittleren Alters los und lassen sich aufspritzen, wegspritzen, wegschneiden, was nicht dem "gängigen Schönheitsideal" entspricht?
      Das ist in der Tat eine sehr komplexe Thematik, und ja, ich finde auch, dass dieser Artikel dieser überhaupt nicht gerecht wird.

      Ich bezweifle aber, dass es keine Rolle spielt, ob ein Mann oder eine Frau diesen Artikel schrieb. Für mich wäre durchaus vorstellbar, dass ein Mann als Autor eher von (sogenannten) Feministinnen "zerrissen" würde, weil man ihm seit jeher Sexismus unterstellt, egal was er wie formuliert und sobald er Gefallen an jungen, durchtrainierten, schlanken Körpern findet.

      Löschen
    2. Und ich finde den Artikel gerade wegen seiner Zuspitzung, seiner Pointierung so gut. Sarkasmus von einer Frau, das ist so selten.

      Außerdem hatte ich seither bei weiten Teilen derer, die sich als Feminsitinnen bezeichnen, nicht ausnahmslos den Eindruck, man könnte sich mit ihnen auf der Basis einer Vielschichtigkeit des Themas auseinandersetzen - gerade dort, auf der "anderen Seite" fand ich eher das Thema Stereotypisierung und Pauschalisierung sehr wohlig beheimatet.
      Da finde ich es angemessen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen, zumal wenn es humorig gelegt wird^^.

      Löschen
    3. Mir fällt immer wieder auf: Du kennst die falschen Frauen! :-D

      Ich verstehe grundsätzlich, was Du meinst, aber Feuer mit Feuer zu bekämpfen ist eigentlich nie eine gute Idee. Ein bisschen mehr Substanz wäre schon super und könnte genauso lustig sein.

      Außerdem finde ich persönlich das Feindbild der Dame einfach fragwürdig (Grüne, Moslems, Feministinnen) Aber das ist eben Geschmacks- bzw. (politische) Einstellungssache.

      Du hast allerdings durchaus Recht, dass man auch mit dem anderen Lager, "den" Feministinnen, oder die, die sich selbst so bezeichnen, nicht unbedingt vielschichtig auseinandersetzen kann. Das nervt mich manchmal auch total, weil diese teilweise extremen Ansichten und Forderungen genau das Gegenteil bewirken.

      Ich selbst glaube ja auch immer noch ganz fest daran, dass Männer und Frauen gar nicht sooo unterschiedlich ticken und vor allem garantiert nicht alle Männer böse Machos sind. Aber es sind eben auch nicht alle Frauen entweder hässliche dicke Emanzen oder sportlich-sexy Superweiber.

      Löschen
    4. Ah, ich kenne die falschen Frauen? Hmm.
      Genau DAS dachte ich erst vorgestern so bei mir....die um mich herum sind alle viel zu moralisch ;-)

      Löschen
    5. Hehe...ich hab das selbe "Problem" mit bestimmten männlichen Wesen ;-D

      Löschen
    6. Du beginnst mir zu gefallen, so ganz grundsätzlich /*gezwinkert*

      Löschen
  2. Ja, da hast Du Recht. Ich meinte damit auch nur, dass es für mich selbst keine Rolle spielt...

    AntwortenLöschen
  3. Ich halte wirklich sexistische Werbung für so nötig wie ein Furunkel am Allerwertesten. Das verlinkte Plakat empfinde ich allerdings nicht als sexistisch, denn womit soll man für Figuroptimierung werben? Mit Beth Ditto? Einfach an der nächsten Ecke ein entsprechend ansehnliches männliches Pendant hinhängen und gut is. Nebenbei bemerkt werden nicht nur Frauen unter Druck gesetzt, optisch bestimmten Ansprüchen zu genügen, sondern auch Heranwachsende/Männer. Auch die stehen mit kritischem Blick vor dem Spiegel, weil sie nicht so muskulös o.ä. sind, wie sie es vermeintlich sein sollten. Und manchmal denke ich mir, dass wir uns unsere Hölle mit unrealistischen Idealen (nicht nur aufs Äußere bezogen) schon zu Lebzeiten schaufeln, damit jeder was davon hat. ;)

    Nichtsdestotrotz sind das Peanuts, verglichen mit echten Problemen.

    LG A.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, der Druck, der auf Mädchen lastet, ist völlig unvergleichlich höher und häufiger und breiter verteilt als das bei Jungs je der Fall sein könnte. Was da abgeht in den neunten und zehnten Klassen ist abartig, allein was ich so mitbekomme und ich kriege die wildesten Sachen ja erst gar nicht mit.

      Das konkrete Plakat allerdings war ein Witz dagegen, dies als Sexismus auszulegen war lächerlich, aye.
      Manche Menschen haben einfach zu wenig eigene echte Sorgen.

      Löschen
    2. Für den Focus bestand noch nie Hoffnung.

      Die siebenjährige(!) Tochter einer Freundin brach kürzlich in Tränen aus, weil sie "so dicke Beine" hat.
      Die 13jährige Tochter einer anderen Freundin wurde in der Sportumkleide gehänselt, weil sie nicht rasiert war. Die Mutter schleppte sie daraufhin zum brasilian waxing.

      Ob man solche Werbung nun als sexistisch oder feministisch oder harmlos postuliert, eins ist klar: it works.

      Löschen
    3. Als ich in den Achtziger zur Schule ging, hatten wir an der gesamten Schule vielleicht zwei Mädchen mit Anorexie- bzw. Bulimieproblem. War damals die Anzahl der aus heutiger Sicht oftmals als sexistisch erlebbaren Poster, Annoncen, Zeitungsartikel usw. geringer oder harmloser?
      Meine Erinnerung sagt: Nein.

      Etwas ANDERES hat sich aber geändert, etwas viel Schlimmeres und weitaus Umspannenderes, was in die jungen Leben eingreift, und das sind aus meiner Sicht gesellschaftliche und erzieherische Werte, und außerdem das, was als Rollenbilder im TV vorgesetzt wird.

      Löschen
    4. Mit dem zweiten Absatz hast Du Recht. Aber in den 80ern/frühen 90ern war die Werbung auch noch anders. Das Schönheitsideal hat sich verändert. Damals hatten die "Supermodels" noch Kurven. Ich hatte als junges Mädchen keinen Druck möglichst dünn sein zu müssen.

      Das Problem mit dem Plakat (wenn es denn ein Problem ist), ist ja auch nicht, dass die Dame leicht bekleidet ist, sondern, dass Werbung für ein Produkt gemacht wird, dass den "perfekten Körper" verspricht. Und dass durch so etwas in der Summe doch ein bestimmtes Ideal propagiert wird, dass zumindest diskussionswürdig ist.

      Löschen
    5. Exakt DARUM gehts! Es gilt als allgmeine akzeptiertes Schönheitsbild, dass Mädchen (Models) einen BMI haben müssen, mit dem man bei jeder Kranklenversicherung abgelehnt wird und bei jeder Berufsunfähigkeitsversicherung einen RISIKOZUSCHLAG erhält (um mal aus dem Job zu plaudern).

      Das sind also gesellschaftliche Normierungen, die hier falsch gelaufen sind seit den 80ern.
      Es sind TV-Sendungen,für deren Ausstrahlung ich als König dieses Landes umgehend HAFTBEFEHL gegen Heidi Klum und Konsorten erlassen würde.
      Modeschauen, auf denen halb verhungernde Menschen zu sehen sind, würden nicht mehr stattfinden.
      Alternativ eären Warnhinweis-Laufbänder unten im Screen während der gesamten Ausstrahlungszeit zu sehen, die sich 1:1 an den Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln orientieren.

      Und nochmal zu meinem ersten Absatz - waren denn "früher" MEHR dünne Rollenvorbilder in TV/Printmedien/... zu sehen? Nein, oder?
      Ganz im Gegenteil, es waren Plakate möglich in Sachen Sexismus, die heute völlig undenkbar erscheinen.

      Löschen
    6. Ja, da hast Du Recht. Es waren weniger dünne Rollenvorbilder zu sehen und die Werbung damals war viel sexistischer in vielerlei Hinsicht.

      Gedankenhüpfers Kommentar unten kann ich auch unterschreiben. Natürlich sind WIR mündige Bürger und können selbst nachdenken. Und ich persönlich habe ebenfalls überhaupt nichts gegen leicht bekleidete Menschen in der Werbung. Ich mache Sexismus auch nicht an nackter Haut fest.

      Aber der Punkt ist doch, dass dieses "möglichst dünn und sportlich"-Schönheitsideal und der damit verbundene Optimierungswahnsinn (auch durch solche Plakate) allgegenwärtig ist und schon als normal erachtet wird. Und das finde ich eben absolut frag- und diskussionswürdig.

      Und der oben genannte Artikel trifft das Problem einfach nicht, im Gegenteil. Ich denke nämlich nicht, dass die Dame das so meinte, wie wir jetzt hier "herausgearbeitet" haben. Ihr ging es um etwas ganz anderes.

      Aber na gut. UNS hat das Ganze zumindest zum Diskutieren angeregt und ich merke erleichtert, dass wir alle so unterschiedlicher Meinung nicht sind ;-)

      Löschen
  4. Ich gehe mal MEINE Definitionen von "Sarkasmus", "Feminismus" und "sexistische Werbung" überdenken ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. DAS dachte ich mir auch das eine oder andere Mal bei der Lektüre öffentlich angeprangerten Sexismus.
      Und was kam dabei raus?

      Die Erkenntnis, dass heutzutage echt viele Menschen, gerade auch in den Medien und sozialen Netzwerken, gehörig einen an der Klatsche haben und dass ich einen Teufel tun werde, MEIN BILD von dem, was da aktuell so in Mode ist empörenswert zu sein, zu ändern.

      Löschen
  5. @Gedankenhüpfer: Empfindest du das verlinkte Plakat denn als sexistisch? Für mich wäre es das, wenn bspw. für Unterhaltungselektronik geworben werden würde und das mit einem Slogan à la "scharf wie noch nie" o.ä. Sexistisch finde ich auch eine unsägliche Werbung von einem "Bunny" mit einem Minirock so breit wie ein Gürtel mit dem Spruch "nur unsere Lieferzeiten sind kürzer". Das ist für mich sexistisch. Was nicht heißt, dass ich es toll finde, ständig mit solchen (verlinkten) Plakatschönheiten konfrontiert zu werden, denn natürlich geht das nicht spurlos an einem vorbei. Und was von dem propagierten Schönheitsideal zu halten ist, ist ein ganz anderes Thema und das würde ich hier, nichts für ungut, auch nicht erörtern wollen, weil es der falsche Ort ist. Aber sexistisch? Nein, empfinde ich nicht so.

    LG A.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, ICH finde das Plakat sicher nicht sexistisch. Es wird nunmal eine Frau dargestellt weil sie die Zielgruppe bedient. Und sie kann sich doch sehen lassen.

      Sexismus hat mehrere Facetten, gebe ich zu, und was mich viel mehr aufregt, sind bestimmte Denkweisen wie "Frau am Herd" oder "Mann muss handwerken können".

      Ich glaube aber auch das ich in dieser Hinsicht etwas grober "gestrickt" bin. Ich schaue mir gerne (schöne) Menschen an, Frauen wie Männer. Vieles, was andere anstößig finden, macht mir nichts aus.

      Und dann ist da noch so ein Gedankenfaden…
      Wir wollen als mündige Bürger wahrgenommen werden. Da muss mir doch klar sein, das dieses Pulver nicht aus der Winkelgasse kommt und ich bei Einnahme so ausschaue.
      Mir ist klar, das nicht immer alle Flecken heraus gehen auch wenn es die Werbung verspricht.
      Mir ist klar, das ich meinen Koffer quasi ans Bein gebunden haben muss wenn er mir geklaut wird damit meine Gepäckversicherung zu tragen kommt.
      Man mann man, manchmal einfach auch das Hirn einsetzen und nicht alles glauben was suggeriert wird. Sonst sind wir bald wie die große Nation überm Teich, wo explizit darauf hingewiesen werden muss, das man seinen Pudel zum trocknen NICHT in die Mikrowelle setzen darf. Sowas regt mich auf.

      Und natürlich habe auch ich an mir rumzumäkeln. Wer nicht. Ich weiß aber auch, dass zum Beispiel meine mitternächtlichen Essgewohnheiten und das Leben mitohne Sport da nicht weiterhelfen. Ist halt so. Ich kann nicht alles haben.

      Ein Bruchteil meiner Gedanken und ich glaube ich sprenge hier die Kommentarfunktion :-(

      Löschen
    2. Tust Du nicht.
      Habe jede Zeile Deines wunderbaren Kommentars mit Genuss gelesen :-).
      Gerne mehr davon.

      Löschen
  6. @Gedankenhüpfer: Musste gerade sehr lachen, weil deine Worte so wahr sind und ich mich auch ertappt fühle. Wenn du ein Rezept dafür hast, dass man Sachen nicht kauft, obwohl man weiß, dass sie nicht so wirken werden, wie versprochen (Stichwort: straffende Körperlotion), lass es mich bitte wissen. Glaube, das funktioniert (bei mir) nach dem Prinzip "Und die Hoffnung stirbt zuletzt". Und so ein Winkelgassen-Pulver wäre halt schon toll (solange man hinterher nicht den Hersteller verklagt, weil es nicht gewirkt hat). ;)

    LG A.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eine Hautstraffung ist chirurgisch heutzutage banal einfach und in Summe auch nicht teurer als etappenweises Aufkaufen zweifelhafter Faltencremes. Aber dafür viel effektiver.
      Das wäre MEIN Tipp gegen irrationale Kaufattacken^^.

      Löschen
    2. Danke. Ich versuch's lieber mit Sport. Ist unblutiger. ;)

      Löschen

Hinterlassen Sie an dieser Stelle ruhig Ihre Gedanken - in dem Bewusstsein, dass Sie sich hier in meinem Wohnzimmer befinden und bei mir zu Gast sind.

Ich freue mich über Ihren Kommentar, wenn er dies beherzigt, aber ich lösche ihn, wenn er sein Gastrecht missbraucht.

Und sofern Sie auf Ihren Kommentar eine Antwort von mir haben möchten, erkenne ich das daran, dass er nicht anonym und ohne Namenszeichen abgegeben wurde.