Donnerstag, 9. Juni 2016

Rana esculenta




Man kann sagen, dass hier im Garten so etwa alle drei Jahre im Durchschnitt ein Teichfrosch auftaucht.
Meistens nach umfangreichen Regengüssen hat sich dann einer von ihnen auf die Wanderschaft aus den nahegelegenen Tümpeln und Teichen gemacht und versucht bei uns im Fischteich sein Glück.

Beispielsweise Kylie, vor fünf Jahren.
Plötzlich war eine nächtens sanft quakende Froschdame (mutmaßlich) aufgetaucht, der aber kein Partnerglück beschieden war und die nach kurzer Zeit wohl deshalb unseren Gartenteich wieder Richtung Löschteiche verließ.

Den Namen hatte ich ihr verpasst, weil sie ähnlich grazil auf den Seerosen lag
wie Kylie Minogue auf ihrer "Aphrodite"-Tour.

Dann Kylwalda, vor drei Jahren.
Ok, DARAUF kommen Sie selber. Ganz bestimmt.

Die hatte mehr Glück: Nach kurzem und (sehr) intensivem Rufen ward ihr ein Froschprinz beschieden, deren gemeinsames Teichglück derart in die Welt hinausgerufen werden wollte, dass die Nachbarn sich beschwerten.

Angesichts der nächtlichen Ruhestörungen zwar durchaus nachvollziehbar.

In Anbetracht ihrer Eigenschaft als Arschlochnachbarn konnte ich aber nicht -und nicht ohne Genüsslichkeit- umhin, ihnen mitzuteilen, dass mit Bezug eines Feuchtgebietes durch eine geschützte Amphibie ebenjenes nach deutschem Recht zum Naturschutzgebiet wird und sowohl das Entfernen wie auch das den so geschützten Lebensraum gefährdende Verhalten zur Anzeige gebracht und verfolgt wird.

Das sahen zwar irgendwann die Enkel unserer Vermieterin während meiner Abwesenheit nicht ganz so eng und fingen die Frösche, um sie wieder zu ihren Artgenossen bei den Löschteichen zu bringen.
Aber wichtig war ja erst mal die lehrreiche und daher sinnvoll zu den Nachbarn transportierte Erkenntnis, dass man mit MIR nicht blöd rumfickt.

Offen gesagt war ich ein wenig traurig, hatte ich mich doch an das nächtliche (und tagtägliche) Quaken schon gewöhnt, es war wie eine Einschlafmelodie und brachte nach Sonnenuntergang den Zauber des Zeltens und den Hauch der Natur in unser Schlafzimmer.
Und Gelächter.
Wer also beschreibt meine Freude, als es letzte Woche plötzlich  laut -sehr laut- aus unserem Teich quakt! Ein neuer Besucher!

Aufgrund seiner ordentlichen Größe und tiefen Stimme bekam "er" den Namen KERMIT und in Sachen Partnersuche war bislang noch kein Frosch hier so erfolgreich wie er - keine 4 Tage und eine Partnerin war in den Teich eingezogen.

Jetzt hoffe ich auf ein paar schöne Wochen mit den Teichfröschen.
Irgendwann werden sie sich sicher von allein zurückziehen.











Kommentare:

  1. Die Bilder können Sie problemlos jedem Tier- oder Naturmagazin anbieten. Die sind wirklich toll. Und hätte Kermit nicht schon eine Partnerin gefunden, wäre Ihr Gartenteich ja auch der Hot Spot für alle, die noch ihren Traumprinzen suchen. ;)

    LG A.

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    1. Danke für die Blumen ;-) - letztes Jahr haben es tatsächlich mal einige meiner Fotos in ein Regionalmagazin geschafft (vier Doppelseiten, Leitartikel über Esel).
      Aber diese hier sind eigentlich nichts Besonderes.

      Das mit dem FrogSpot muss ich mir merken^^ - vielleicht stell ich ein Schild auf?
      "FROG TINDER HOTLINE SPOT BAR" :-))

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    2. Tinder?! Ich rede von Liebe! ;D Und nicht von "Liebe machen, hopp und weg". ;D

      Und sagen Sie mal... warum verschlagworten Sie diesen Post unter "catcontent"? Biologie war nie so meine Stärke, aber das verwirrt mich schon. ;)

      LG A.

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    3. Ach, das war mehr so 'ne Notlösung - als CAT CONTENT bezeichnet man ganz allgemein alles, was letztlich nicht relevant ist und dann posten die Leute halt 32x Fotos Ihrer Katzen;-).
      Und ich wollte nicht NOCH ein neues Post-LABEL einführen.
      Es sind jetzt schon wieder so viele, dass ich jedes Mal gucken muss, wo DAS jetzt wieder am besten drunter passt^^.

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  2. In Ermangelung eines Teiches quakt kein Frosch in meiner Nähe, dafür tiriliert ab 23 Uhr eine Nachtigall ihre größten Hits. Auch sehr schön.

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    1. Wie herrlich Vogelgesang doch ist!
      Bei uns fangen morgens gegen 04.20 Uhr die Amseln und andere Vögel mit ihrem Morgengesang an.
      Die Frösche stimmen alsbald mit ein.

      Auch, wenn ich ab dann die Ohrenstöpsel rein tun muss- ich liebe es.^^

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  3. Teiche gibt es hier auch nicht. Aber beim Vogelgesang kann ich mithalten (und bei der Vielfalt: Meisen, Amseln, Finken, Spatzen, Elstern, Krähen, Flugratten äh Tauben und Halsbandsittiche - letztere sehen nur hübsch aus). Mein persönlicher Liebling ist die Klingeltonamsel, die neuerdings auch "Zum Geburtstag viel Glück" trällern kann *g*

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    1. Klingeltonamsel??^^
      Amseln singen unvergleichlich schön - aber leider auch unvergleichlich laut und unvergleichlich früh morgens. 04.20 Uhr geht's derzeit los vor dem Schlafzimmerfenster.

      Bei den Halsbandsittichen muss ich hier passen. Dafür gibt's hier noch gelegentlich Grünfinken, einen Buntspecht und ein Stieglitz-Pärchen.
      Aber im Prinzip sind mir hier alle Vögel gleich willkommen.

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