Dienstag, 26. Juli 2016

5 lives reloaded


[ Heute letzter Tag für den aktuellen  Freitagstexter ]

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[ Und wieder 5 Kurzzusammenfassungen prominenter Leben.

Diesmal keine selbst aufgeschriebenen Personen,
sondern fünf Wünsche von Vanessa Libida - Sie sehen,
ich arbeite ich an meiner Karriere als Auftragsschreiberling ;-) ]



Donald John Trump

70-jähriger US-Milliardär und mutmaßlich nächster Präsident der USofA.
Übernahm Anfang der 70er Jahre das Bau- und Immobilienunternehmen seines Vaters, der es mit dem Bau von Mietskasernen in NYC bereits zum Multimillionär gebracht hatte.

Die Herkunft seines Großvaters gab er selbst je nachdem, was gerade politisch opportun ist, mal mit Schweden und mal mit Deutschland an (Letzteres ist zutreffend).
Es besteht nahe Verwandschaft mit der Heinz Ketchup-Familie.

Die räumliche Fokussierung auf New York City hinsichtlich seiner Aktivitäten ist in dem Steuernachlass (altdeutsch: -befreiung) begründet, die er in den 70ern ausgehandelt hat im Gegenzug für die Rettung eines Hotels aus den klammen Händen der nahezu bankrotten Stadtverwaltung - der Steuernachlass galt ja auch nur für 40 Jahre.

Da man aber mit dem Bau von Mietskasernen keine wirklich repräsentativen Schwanzsymbole herstellt und Beton sich auch so schlecht ficken lässt, wurden zum einen immer höhere und repräsentativere Hochaustürme errichtet und übernommen und zum Anderen die Geschäftstätigkeit ausgebaut und ergänzt um das Betreiben gutbürgerlicher Einrichtungen wie eine eigene Modelagentur (Fremdakquise ist teuer, das weiß man als Bauigel), Golfplätze, Spielcasions (alle insgesamt 4x in die Insolvenz gelaufen) und eines American Footballteams (dito).

Dazu eigene Kabel-TV-Shows und eigene Serienproduktionen (gerne auch mit ihm selbst in der Hauptrolle) sind ebenfalls schwanzhärtender Therapeutik zuzurechnen.

Trump hat mehr als ein Dutzend Bücher geschrieben, die sich thematisch im Wesentlichen mit zwei Kernthesen auseinandersetzen:
Wie man alles immer richtig macht (nämlich so wie der Autor) und
wie man unweigerlich scheitert (alle anderen Wege).

Seine politischen Positionen zu den Themenfeldern Immigration, Steuern und Finanzen, Bildung, Waffenrecht, Klima und Todesstrafe sind der Nennung in diesem Bildungsblog mehrheitlich nicht wert, aber sie klingen sehr nach nach einem handgekritzelten Stück Papier infolge einer durchzechten Nacht der Simpsons-Autoren.

Apropos Simpsons: Dort wurde die Idee eines "Präsidenten Trump" bereits im Jahr 2000 aufgegriffen
(auf ihn folgt im Amt Lisa Simpson. Was aber dann auch keinen mehr verwundern würde).

Trump war Mitglied der Republikaner, der Independence Party, der Demokraten und dann wieder der Republikaner, was seine Flexibilität in politischen Fragen dokumentiert.

Zu seiner Frau Melania ist zu sagen, dass sie mit 46 erstaunlich alt ist für einen 70-jährigen Großmogul, aber wenigstens Ex-Ostblock-Model, daher im Großen und Ganzen wieder akzeptabel.


Hugh Hefner


90-jähriger Verleger und Herausgeber des "Playboy" und vor diesem Hintergrund entsprechend standesgemäß in dritter Ehe verheiratet mit einem sechzig Jahre jüngeren Model (welches übrigens stolze 32 Jahre nach Hef's erster Scheidung erst gezeugt wurde).

Bachelor in Psychologie, Armeeschreiber und Werbetexter für die Esquire.

Lieh sich von seiner Mutter 1.000 Dollar (der Vater wollte ihm kein Geld geben) und kaufte für die Hälfte davon ein einzelnes Foto - das der noch weitestgehend unbekannten Norma Jeane Baker (später: Marilyn Monroe).
Das druckte er auf die Erstausgabe des Playboys (Preis: 50 Cent), ohne Angabe eines Monats oder Jahres, da er nicht wusste, ob es je eine zweite Ausgabe geben würde.

Er verkaufte binnen Tagen alle 50.000 Exemplare und der Playboy hatte 5 Jahre später 1 Mio Abonennten.
Für die nächsten 50 Jahre sollte Hefner daraufhin alle Bilder für das "centerfold", seine eigene Erfindung im Magazinbereich, persönlich auswählen.

Bis 2005 lebte Hefner in seiner Villa, dem "Playboy Mansion" mit einem halben Dutzend bis Dutzend Frauen jeweils  im Maximalalter 28 Jahre zusammen, bis er sich -79-jährig- entschloss, künftig nur noch mit DREI Frauen dort zusammenleben zu wollen.

Als diese drei irgendwann ausgezogen waren, fuhr Hef in der optischen Varianz nochmal einen Gang runter und es zogen die Shannon-Zwillinge ein sowie seine spätere Ehefrau Crystal Harris.

Bewohnerinnen des Playboy Mansion erzählen von einer Einrichtung auf dem Stand der 80er Jahre, uralten Telefonen und muffigen Teppichen überall. Und dass Sex mit Hef nur unter Alkohol und Drogen auszuhalten gewesen sein soll.

Die Hollywood-Partyhochburg der 70er und 80er verlässt Hef bereits seit Jahren nicht mehr, Partys finden auch keine mehr statt und die unterirdischen Tunnel in die Villa hinein wurden bereits Ende der 80er zugeschüttet.

Das Traumleben eines jeden nicht lügenden Mannes wird also bald zu Ende gehen.
Ich tippe noch auf 2016.


Maria Yotta

28-jährige Beautyexpertin aus Magdeburg.
Ex-DSDS-Kandidatin, heute nicht wiederzuerkennen.

Aktueller Name wieder Maria Hering, auf Facebook -angeblich versehentlich- Maria Summer.
Bekannt geworden an der Seite ihres Ex-Freundes Bastian Gillmeier unter dem Künstlernachnamen Yotta - weil der nach noch mehr klingt als "mega" und "giga".

(der übrigens dem Capt'n in live gar nicht mal so unähnlich sieht -
sieht man mal davon ab, dass der Capt'n größer und muskulöser ist)

Die Haupttätigkeit während der letzten Jahre bestand im Wesentlichen darin,
sich die Brüste auf (wirklich toll anzusehende) 70G vergrößern zu lassen und an der Seite
ihres Ex-Freundes dessen Millionen nicht ganz geklärter Herkunft ("Ich habe eine Reihe von Companies" - er meint Fitness-Kurse, Life -Coachings, Diätbücher und Anti-Aging-Produkte) medienwirksam in einer unterirdisch schlechten TV-Serie im Alltagsleben rauszuhauen.

Hat sich mal in ihrer TV-Show darüber beklagt, dass "im Land der unbegrenzten Möglichkeiten" bereits bei 800ml Brustimplantatvolumen leider Schluss sei, was ihren Wünschen gar nicht entgegenkomme.

Gibt vielleicht nicht ganz unerwartet als ihr Lieblingsschulfach "Musik" an sowie Forrest Gump als ihren Lieblingsfilm.

Und um den netten optischen Eindruck nicht weiter durch Realaussagen von ihr zu trüben, belasse ich es einfach mal dabei.


Verena Pooth

Als Verona Feldbusch in Bolivien geboren.
Mehrmals Miss Hamburg und Miss Germany, außerdem auch Miss Interconti World und Miss American Dream.

Modelkarriere ab dem 15. Lebensjahr, nach der Hauptschule kein weiterer abgeschlossener Schulbesuch.
Wird 1990 von Alex Christensen in einer Disco gefragt, ob sie seine Produktion "Ritmo de la Noche" singen will. "Singen" ist wenn man's im Nachhinein anhört zwar nicht GANZ die zutreffende Bezeichnung, aber es verschafft ihr plötzliche und nahezu akquisefreie Popularität.

Wird 1996 in einer Disco von Dieter Bohlen IM SCHERZ angesprochen, ob sie ihn heiraten würde und antwortet mit JA.
Die daraufhin geschlossene Las Vegas-Ehe endet nach ganzen 4 Wochen, weil ER daheim was Warmes zu essen gekocht haben will, SIE ihm daraufhin die Autoschlüssel ins Auge wirft mit der Ansage, er sollte sich dann eben was vom Pizzadienst holen und ER ihr als Reaktion a) entweder eine knallt oder b) sie blind wegschubst, je nach Darstellung.

Die Scheidung und Abfindung kostet Bohlen knapp 600.000 DM (eigene Aussage), was er bei Harald Schmidt in dessen Show etwa so kommentiert: "Sechshunderttausend Mark! Für ein paar Mal Sex und dann kann die Alte noch nicht mal kochen! Aber....DAS war's mir WERT!"

In ihren Äußerungen oft an der Schmerzgrenze des grammatikalisch Ertragbaren (von der wenig lieblichen Stimmlage mal abgesehen), nutzt sie ihre kurzfristige Pouplarität anerkanntermaßen geschickt, um an Werbeverträge und Testimonialaufträge zu kommen und baut sich einen eigenen Promistatus auf.

Heiratet medienwirksam 2005 im Wiener Stephansdom Franjo Pooth und nimmt dessen Namen an.
Selbiger wird wenige Jahre später wegen Insolvenzverschleppung, Untreue, Bestechung und Vorteilsgewährung strafrechtlich verurteilt (nur Bewährung und Geldauflage) - er hatte den Promi-Status seiner Frau nicht ungeschickt ausnutzend Sparkassenleiter bestochen und Kredite für seine Firma Maxfield erschlichen.

Verona Pooth ist seither Alleinversorgerin für Mann und die zwei Söhne, von einer Geschäftstätigkeit ihres Mannes ist seither nichts bekannt.




Martin Luther King

Schwarzer Baptistenprediger und Bürgerrechtler der 50er und 60er Jahre.
Eine der weltweit prominentesten Figuren im Kampf für Bekämpfung der Rassentrennung und sozialer Ungerechtigkeit.
Mit ihm an der Spitze wurde Joan Baez' song "We shall overcome" zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung.
Friedensnobelpreisträger 1964.

Zwang mit seiner civil rights movement die weißen Unterdrücker in die Defensive, in dem er erfolgreich den zivilen Ungehorsam der Schwarzen propagierte und selbst daran teilnahm.
Als Wendepunkt in der Rassentrennung der USofA gilt der 03. April 1963, der Tag, an dem mit Sitzstreiks begonnen wurden.

Obwohl er für einige Tage ins Gefängnis kam, breitete sich der Protest aus und als er auf die Idee kam, auch Kinder und Jugendliche in die Proteste mit einzubeziehen und fast 1000 von ihnen durch die Polizei medienbegleitet verhaftet wurden, war der Flächenbrand nicht mehr zu stoppen.

Präsident Kennedy entsandte diskret einen Unterhändler aus dem Justizministerium, der erfolgreich zwischen beiden Seiten vermittelte und binnen nur einer Woche die Hochstätte der Rassentrennung (Birmingham /Alabama) zum weitestgehenden Fall der Rassenschranken brachte.

Viele Amerikaner waren begeistert von diesem Eingreifen Kennedys (der 5 Jahre zuvor bereits persönlich beim Haftrichter interveniert hatte, um den unter unmenschlichen Bedingungen inhaftierten King gegen eine Kaution von 200 USD wieder freizubekommen).
Und sie dankten es ihm mit einer Präsidentschaft bis an sein Lebensende (nämlich sechs Monate).

Sein Nachfolger L.B. Johnson unterzeichnete im Beisein von M.L. King am 2. Juli 1964 die Beendigung der Rassentrennung in den USofA (Civil Rights Act von 1964).

Am 4.April 1968 wurde M.L. King auf dem Balkon seines Hotelzimmers aus dem gegenüber gelegenen Motel erschossen.
Den Attentäter, einen bekannten weißen Rassisten namens James Earl Ray, konnte man auf dem Weg nach Rhodesien in London fassen - volle zwei Monate nach der Tat.

Um der Todesstrafe zu entgehen, riet ihm einer seiner Anwälte zu einem Geständnis.
Daraufhin wurde er zu 99 Jahren Haft verurteilt und widerrief 3 Tage später sein Geständnis.
Eine erfolgreicher Gefängnisausbruch 11 Jahre später erhöhte seine Haftstrafe auf 100 Jahre.

29 Jahre nach der Tat besuchte M.L. Kings Sohn Dexter den Täter - und war samt seiner Familie so von der Unschuld Rays überzeugt, dass die Familie Kings selbst es war, die die Wiederaufnahme des Mordverfahrens mit Erfolg anstrebte mit dem Ziel, Rays Unschuld zu beweisen.

Nur ein Jahr später starb Ray an einer Hepatitis C-Infektion, die bereits 2 Jahre zuvor bei ihm diagnostiziert, aber nie behandelt und auch seiner Familie nie mitgeteilt worden war.
Post mortem wurde er erneut des Mordes schuldig gesprochen.

Martin Luther King sind etliche Songs gewidmet worden, der Populärste dürfte "Pride" von U2 sein.


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