Sonntag, 17. Juli 2016

hochsensibel


Es ist so selten, dass Menschen wie ich sich wirklich verstanden fühlen, dass wir in Tränen ausbrechen, wenn es dann doch einmal geschieht. Ich bin da keine Ausnahme.

Immer wieder mal mache ich auf der Arbeit oder im Privatleben einen alten Scherz-Sketch aus den 80ern, der die Spannung des Momentes auflöst und für Erheiterung sorgt:

Wenn mich mal wieder alle irritiert anstarren.

Wenn ich mir die plötzliche Stille im Raum nicht erklären kann.
Wenn mal wieder KEINE SAU meinen joke verstanden hat.
Wenn meine Schachtelsätze ihnen mal wieder zu lang waren und die bei ihnen verbauten 16 kB RAM im Hirn für die Gesamtsatzerfassung nicht ausreichten.

Dann reiße ich mir den Gürtel auf, ziehe die Schnalle samt Gürtel ganz dicht an die Lippen und flüstere "Beam mich hoch, Scotty - meine Tarnung ist aufgeflogen!".

Zwar beseitigt das so manches irritierte Gesicht nicht wirklich, aber wenn es schon awkward wird, dann wenigstens heiter, sage ich mir.
Und sei es nur für mich selbst.
Es ist so oft nur für mich selbst.


Aber im Prinzip hab ich in Sachen Menschen aufgegeben. Resigniert.
Ständig stehe ich innerlich auf der Bremse, 24/7.
Sie sind alle zu stumpf für mich, zu einfach, zu unkomplex, ich muss intellektuell und emotional permanent vom Gas runter, um sie nicht zu überfordern mit mir.

Und ICH WILL SIE NICHT überfordern, es sind MENSCHEN, Halbaffen zwar, dennoch MENSCHEN, sie möchten mitgenommen werden, sie möchten so sein dürfen, wie sie sind, sie möchten verstanden sein, sie möchten Gemeinsamkeit erfahren.
Und der Preis dafür ist:
Ich muss ständig zurück ins Standgas.
Erster Gang geht auch noch, dann ist Sabbat bei ihnen.

So viele Menschen, die mir begegnet sind, viel mehr als durchschnittlich Anderen.
Es gibt so erdrückend und ermüdend viele Arten von Menschen, aber für MICH lassen sie sich zutreffend in genau ZWEI Kategorien einordnen:
  • die, die mich weder wirklich kennen noch wirklich verstehen und von denen ich mir auch nie das Verständnis erhoffen dürfte, Verständnis und Gefallen daran zu finden, wie ich denke, was mir wichtig ist und was mich begeistert.
    Diese Gruppe umvölkert und umdrängt mich wie in einer überfüllten U-Bahn, ist in der >99%-Mehrheit und ich sehe mit gelegentlicher Fassungslosigkeit zu, was die glücklich macht, wie die leben, was die reden.
    Wie ein Alien.
  • die, von denen ich glaube, dass sie verstehen könnten und fühlen könnten, wie ich es tue und mit denen ich so etwas wie eine Seelenverbindung als möglich wähne, weil ich in Ihnen eine ähnlichen Tiefgang und ein Gespür, ein Zartheit für das Feinstoffliche dieser Welt vermute.
    Diese Gruppe hat sich ausnahmslos aus meinem Leben verabschiedet
    Sei es durch Trennung oder dadurch, dass sie jegliches Maß in der Kommunikation missachteten - oder mir plötzlich nicht mehr schrieben.
    Sie alle zogen sich von mir zurück (oder ich musste mich zurückziehen).

So richtig den GRUND für dieses Leben als Alien hatte ich nie herausgefunden, bis neulich.

Da bekam ich ein Buch in die Hand, während dessen Lektüre es mir das Wasser in die Augen trieb - es behandelte thematisch...mich. Genau MICH.
Da stand alles drin, was ich bin, alles.
Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, richtig diagnostiziert zu sein.

Es stand so wahrhaftig, großartig formuliert drin, wie ich es selbst nicht hätte auszudrücken vermögen und es löste einen Gong-artigen Schlag in meinem Kopf aus.
Wie wenn Sie auf einer einsamen Lichtung stehen und plötzlich erscheint Ihnen ein gottgleiches Wesen, das zu Ihnen spricht - und Sie fühlen:
Jedes seiner Worte ist leuchtende, reine Wahrheit.

Da schrieb ein selbst Hochsensibler über Hochsensibilität - woran man sie identifizieren kann, was sie triggert, wie man sie erlebt, wie man mit ihr umgeht, wie man sie aus einem Nachteil in einen Vorteil verwandeln kann.

Sie vermögen sich meinen inneren Jubel nicht vorzustellen.
Können Sie nicht, wie sollten Sie auch?

Den Rest des Tages starrte ich ohne Buch vor mich hin und spulte von der Kindheitserinnerung bis zu neueren Erlebnissen und Enttäuschungen alles wieder ab, was mir einfiel.
Und mir fiel EINE MENGE ein.

All diese Erinnerungen, sie leuchteten jetzt in einem anderen Licht, einem sanfteren, einem logischeren, einem erklärenden Licht.
Alte Fehler und wohlkultivierte Selbstvorwürfe begannen, sich in unvermeidbaren Mustern aufzulösen.

Es war einerseits eine Erleichterung, eine sich wahrhaftig anfühlende Erklärung für all das gefunden zu haben, endlich.
Doch andererseits war da auch die Erkenntnis: Das ist es jetzt. So bist Du. So bleibst Du.
Es wird sich nichts mehr daran ändern.

Es war auch ein bisschen so, als würden sie seit Jahren in einer Wildnis leben, die von einer riesigen glatten Mauer kreisförmig eingegrenzt ist und aus der sie nicht herausfinden und eines Tages kommt eine Brieftaube zu ihnen mit einem Zettel, auf dem steht:
"Das hier ist Dein Ressort, für alle Zeiten. Nie wieder wirst Du es verlassen können."

Es ist dann nicht wirklich eine Neuigkeit für Sie, aber:
Mit der Klarheit der Aussage verschwindet auch die letzte Illusion.



Der Autor jenes Buches bietet einen Selbsttest an, mit dem man herausfindet, ob man möglicherweise hochsensibel veranlagt ist.

Die Aussagen lauten:

  1. Ein Einkaufsbummel in der Stadt scheint für mich anstrengender zu sein als für Andere.
  2. Gewaltszenen im Kino oder TV scheinen mich tiefer zu beeindrucken als Andere.
  3. Soziale Ungerechtigkeit beeindruckt mich so stark, als wäre ich selbst direkt betroffen.
  4. Ich bin deutlich schreckhafter als Andere.
  5. Komme ich neu in einen Laden, fühle ich mich schnell überwältigt und brauche gewöhnlich länger als Andere, um mich zu orientieren.
  6. Ich reagiere deutlich empflindlicher auf Geräusche als andere Menschen, laute Geräusche bereiten mir fast ein körperliches Unbehagen.
  7. Reisen scheint mich mehr anzustrengen als Andere.
  8. Der Kontakt mit anderen Menschen laugt mich manchmal aus.
  9. Oft gehen mir selbst kleine Dinge nach, die Andere oder ich gesagt haben.
  10. Manchmal habe ich das Gefühl, als würde ich auch das hören, was Andere nicht sagen.
  11. Oft geht mir etwas nach, das ich unterlassen oder nicht gut genug gemacht habe.
  12. Ich spüre sehr genau, wie es Anderen geht.
  13. Ich fühle mich häufig missverstanden, weil ich offenbar mehr und andere Dinge wahrnehme als Andere. Manchmal fühle ich mich aus diesem Grund auch sehr allein.
  14. Großen Menschenansammlungen weiche ich am Liebsten aus.
  15. Als Kind war ich tief erschrocken, wenn der Lehrer mit einem Mitschüler schimpfte. Ich fühlte mich so, als hätte er mit mir geschimpft, obwohl ich gar nicht beteiligt oder gemeint war.
  16. Wenn Konflikte und Streit in der Luft hängen, spüre ich das beinahe körperlich - sogar, wenn ich von der Spannung eigentlich gar nicht selbst betroffen bin.
  17. Die Stimmungen anderer Menschen beeindrucken mich unnötig stark.
  18. Wenn zuviel Unruhe herrscht, reagiere ich gereizt, fahrig, mit Stress oder körperlichen/emotionalen Symptomen.
  19. Ich brauche viel Rückzug und Zeit für mich.
  20. Harmonie ist mir wichtig, sonst leide ich unter der Atmosphäre.
  21. Konfliktsituationen weiche ich am Liebsten aus. Wenn ich mich eigentlich behaupten sollte, reagiere ich eher mit Rückzug, obwohl ich mich dann wiederum darüber ärgere.
  22. Es gelingt mir eher, für die Rechte Anderere oder die Ansprüche der Allgemeinheit einzutreten als für meine eigenen Interessen.
  23. Ich bin ein guter Zuhörer und kann mich gut einfühlen und Andere wieder aufbauen, wenn se Probleme haben.
Laut dem Autor kann man als sicher hochsensibel angesehen werden,
wenn man mehr als die Hälfte aller Fragen für sich mit "JA" beantworten kann.
Macht man den Test ein zweites Mal mit Blick auf die Fragestellung, ob das bereits als Kind schon so war und kommt auf mehr als 12 JAs, gilt die Diagnose als sicher.

Ich hatte zwei Mal 23 JAs.
Teilweise musste ich mehrfach die Fragen von vorne beginnen, weil mir zur Hälfte der Zeile bereits die Augen verwässert waren.

Es war so eindeutig.


Kommentare:

  1. All diese Wesenszüge deuten vielleicht auch einfach auf eine traumatische Kindheit hin, in der das Kind aus Selbstschutz ständig seine Umgebung scannen musste, um heil aus der Sache rauszukommen, stets im De-Eskalationsmodus und ohne jegliches Urvertrauen. Fehlendes Urvertrauen äußert sich übrigens oftmals in übermäßiger Schreckhaftigkeit vor lauten Geräuschen. Solche Kinder haben gelernt, das Gras wachsen zu hören.

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    1. Eine wunderbare Analyse meiner Kindheit.
      Ob Hochsensibilität anerzogen werden kann?

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    2. Na klar, wenn nur die Eltern falsch machen, was es falsch zu machen gibt. Entweder das Kind geht dann den Weg der Eltern und wird selbst ein Monster oder es wird zeitlebens ein einfühlsamer und begabter Co-Therapeut. Tja...

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    3. Ich bin ja immer noch für die Einführung eines Elternführerscheines...

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    4. Längst überfällig und in dieser Zeit so notwendig wie nie.

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  2. Und nun? Ist Resignation wirklich die einzige Option? Andererseits: Wenn man eine Mauer erkennt, kann man endlich aufhören, dagegenzurennen und sich zu verausgaben.

    @Annika: Treffend beschrieben in zwei Sätzen. Mich. *seufz*

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    1. @AnnJ: habe im Grunde von mir geschrieben *auch seufz*

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    2. @AnnJ:
      Was wäre so schlimm an einer Erkenntnis, die Ruhe und Gewissheit bringt statt der wenig nutzbringenden Wiederkehr einer Aufforderung, es wieder und wieder zu probieren? Um den Preis einer sich weiter abstumpfenden Seele?

      Es ist nicht schlimm, etwas zu wissen, was man schon lange geahnt hat, ich lebe lieber mit unangenehmen Gewissheiten als mit albernen Hoffnungen, die sich nie erfüllen werden.

      @Annika:
      Ein Bloggertreffen der Aufgebenden heute hier - WE ARE THE FALLEN ;-))

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    3. Ruhe und Gewissheit sind etwas anderes als Resignation.
      Und ja, wenn man etwas weiß, dann kann man lernen, damit umzugehen - Hoffnungen werden allzu gern ent-täuscht.

      So, wo treffen wir uns? Gibt's dort Rotwein? ;-)

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    4. Ich habe mal gelesen: Enttäuschte Erwartungshaltungen waren unberechtigt Überzogene.
      Grundsätzlich ist gut beraten, wer keinerlei Erwartungen an Menschen stellt - ganz im Unterscheid beispielsweise zu Tieren.

      Wo? Ich bin flexibel. Rotwein am Zielort? Kann ich sicher bejahen^^.

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    5. Hm... Unberechtigt überzogene Erwartungen. Sagen wir mal so, ich wünschte, dass das, was ich leichten Herzens zu geben bereit bin, auch mir gegeben wird. Aber.... Zuviele Monster.

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    6. Man sollte die Monster wie bei Pokemon Go mit Bällen einfangen und zähmen können, nicht?^^

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    7. Ach weißt du, wir sind auch Monster, auf unsere Art. Immer ein Chamäleon, bis zur Unkenntlichkeit anpassungsfähig und unser Gegenüber ahnt immer nur, dass zwischen aussendarstellung und Innenleben Welten liegen.

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  3. Schon 12 Treffer fast als Garant für Hochsensibilität halte ich doch für etwas übertrieben. Die 12 Treffer überschreite ich locker, komme mir aber wahrlich nicht hochsensibel vor.

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    1. Es hängt wie vermutlich immer vom Auge des Betrachters ab:
      Wieso lese ich dieses Buch? Mit welcher Zielsetzung mache ich diesen Test? Wie hoch ist mein Leidensdruck im täglichen Erleben?

      Nicht die Frage, die Antwort und ihre Lautstärke unterscheidet den Normalo vom pathologischen Fall^^.

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  4. 21 von 23. Bei den verbleibenden 2 war ich mir nicht sicher - also eher nein.
    Ich bin noch nicht davon überzeugt, ob Hochsensibilität allein "anerzogen" werden kann (bewusst oder unbewusst); ich könnte mir eher vorstellen, dass ein Mensch bereits mit feineren Antennen zur Welt kommt.
    Das würde vieles in meiner Kindheit, aber auch später bis heute hin erklären.
    Es macht aus meiner Sicht ja einen Unterschied, ob einem die Welt auf die Nerven geht - oder man sie einfach nur nicht (mehr) erträgt.

    @Annika: Zu den unberechtigten Erwartungen - vom sich erhoffen, was man selber gibt - daran zerfleischt sich oft auch Herr Blau. Im Gegensatz zu ihm habe ich mir schon vor Jahren eine Erwartungshaltung abgewöhnt. Zu viele "Monster", aber grundsätzlich auch zu viele Möglichkeiten der Enttäuschung.
    Die Menschen nehmen wie sie sind, ihnen begegnen, wie wir sind, ist umso einfacher, je liberaler man denkt, lebt und fühlt. Glaube ich. Ich habe mir mein eigenes "Störfeld" eingerichtet - und achte darauf, dass mir dieses keiner zerstört oder es durchdringt, der es nicht sollte. Klappt natürlich nicht immer, schützt aber ausreichend oft.

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    1. Ich denke das auch - dass dass man bestimmte Prädispositionen mit in die Wiege gelegt bekommt. Dann kommt dann ein bestimmtes Verhalten später fast automatisch mit hinzu, sobald die Umwelt nämlich erkennt, dass da jemand ist, mit dem man leichter "das Michele machen" kann, wird er/sie auch öfters mal in diese Ecke geschoben.

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  5. @Sentinel: Du hast nicht geschrieben, wie das Buch heißt - absichtlich nicht?

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    1. Ich wollt nur mal sehen, ob es jemandem auffällt bzw. ob jemand danach fragt^^.

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  6. Treffer in 22,5 Punkten - wobei ich die Interpretation von Annika sehr, sehr schlüssig finde. Sogar schlüssiger als das, was ich in diversen Büchern zum Thema gelesen habe [darum mal ein herzliches Danke an Annika! Hast mir soeben ein fehlendes Mosaiksteinchen zugespielt. ;)]

    Und zurück zum Buch: Schön wäre es ja, wenn einem darin auch auf die Sprünge geholfen werden würde, WIE man das (oder sich) gescheit ins Leben integrieren kann, ohne sich ständig unzulänglich oder fehl am Platz zu fühlen. Ist ja keine Option, abgeschottet in einem einsamen Baumhaus zu sitzen und alle Welt blöd zu finden. ;) Ist das Buch denn diesbezüglich hilfreich? Wenn ja, wüsste ich zu gerne, was Sie da gelesen haben...

    LG A.

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    1. Das Buch, das ich gelesen habe, befasst sich in der Tat ausführlich mit den Wegen und Techniken, wie man heruaskommt.

      Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist es in der Diagnostik und Analytik aber stärker und war für mich interessanter, den Aus-Wegen, die dort aufgeführt werden, konnte ich bisher nicht so viel abgewinnen...ich bin bisher im letzten Fünftel des Buches irgendwann stecken geblieben^^.

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    2. ...weil ich persönlich glaube, dass das Heraus wiederum vollkommen individuell ist. Die Diagnostik und die Analytik hingegen helfen einem, das Ganze zu verstehen, zu begreifen und zu entschlüsseln. Die Konsequenz zieht dann jeder für sich allein - und handelt danach.

      Wie Du schriebst: "Das ist es jetzt. So bist Du. So bleibst Du. Es wird sich nichts mehr daran ändern." Trotzdem wird man etwas für sich mitnehmen, eben ganz individuell.
      Und jetzt schaue ich mal nach dem Buch - danke dafür.

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    3. Das sehe ich auch so. Ich bin leider sehr kritisch, wenn mir Wege "heraus aus der xy" aufgezeigt werden - das ist vielleicht ein Fehler, denn man sollte ruhig mal anderer Menschen Wege ausprobieren.
      Andererseits höre ich auch ganz gerne mal einfach in mich hinein...da kommt dann oftmals auch schon Zielführendes bei raus.

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    4. Hmm, mir gehts da echt ähnlich: Nur weil ein Weg bei XY funktioniert hat, muss das bei mir nicht genauso sein. Dazu sind wir Menschen einfach zu individuell. Ich spüre aber, dass ich wesentlich offener damit umgehe, je ähnlicher mir jemand ist. Dann nehme ich umso mehr mit, aber nur das, was auch tatsächlich zu mir passt. Oder von dem ich zumindest annehme, dass es zu mir passt ;)
      Ja, vielleicht ist das ein Fehler, nicht auch mal Wege zu gehen, die man selber nicht kennt oder die anders sind als bisher gegangene. Letztlich habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass ich nur zu Wegen und Entscheidungen stehen kann, die in mir selber gereift sind, die meiner eigenen Überzeugung entsprechen. Ansonsten bereue ich es eines Tages.

      Weißt Du, wann das in mich Hineinhören am besten funktioniert? Beim Autofahren. Wenn ich stundenlang und allein über die Autobahn düse, entspannt fahren kann und Musik höre. Nach und nach stellen sich tausend Gedanken ein und es eröffnen sich Wege, auf die ich im Strudel des Alltags nicht gekommen wäre, weil schlichtweg der Zugang zum eigenen Bauchgefühl verengt ist..

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    5. Und exakt DAS ist der Punkt, warum ich SO SELTEN damit "offen umgehen" kann!
      Es erfordert genau wie Du sagst einen Gegenüber, der mir ÄHNLICH ist.

      Das mit dem Autofahren ist auch MEIN Weg, wieder "auszuatmen". Nix besser, als im Auto sitzen und die Gedanken nebenher im Grünen mitlaufen zu lassen.

      Allerdings mache ich immer öfter die Musik AUS.

      Mein Kopf ist schon so voll genug, da genieße ich lieber das Geräusch des Fahrens und ansonsten die Ruhe...

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  7. Ach, ich würde das mit den Wegen nicht so kritisch kann. Es kann doch ohnehin nur jeder seinen eigenen Weg gehen (und dazu muss man in sich hineinhören) - egal, was der Schreiberling rät. Aber wenn ich z.B. einen Kuchen backen möchte, dann suche ich mir ein für mich stimmmige Rezepte raus und passe es an. Ich muss den Kuchen nicht neu erfinden oder erstmal die Hühner züchten, die später die Eier legen sollen. Ich drücke dem Kuchen einfach meinen Stempel auf und hoffe, dass was Gutes bei rauskommt. ;)

    Danke für den Buchtitel, da schau ich mal rein.

    LG A.

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    1. Es heißt: nicht so kritisch sehen - aber das ahnten Sie sicher. ;D

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    2. Das mit dem Kuchenrezept als Analogie gefällt mir sehr^^.
      Das merk ich mir, da mach ich was draus! :-)

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