Sonntag, 31. Juli 2016

KcilbkcürnehcoW KW 30



Samstag:

Wache unerwartet frisch und katerfrei im Gästebett unserer Freunde in Bonn auf und stelle fest, dass der durchaus relevante Getränkekonsum auf der Bierbörse gestern mir nichts hat anhaben können.

Sehr schön - der alte Trick funktioniert also immer noch, mit dem letzten Bier zwei Ibuprofen einzuschrauben. Hilft ungemein, es sei denn, Sie nehmen -was wirklich absolut nicht zu empfehlen ist- ersatzweise Thomapyrin.
Hab ich ein paar Tage zuvor gemacht (und wäre nachts fast im Schlaf an meinem Mageninhalt erstickt).

Muss mich nachmittags aber zur vollständigen Rekonvaleszenz nochmal eine Runde auf die Couch hauen. Stelle mir dazu ein Regendwaldgeräusche-Video auf youtube ein und lasse es auf dem tablet nebenher laufen.
Als ich wieder aufwache, sitzt die fünfzehnjährige Tochter es Hauses neben mir (Sie kennen sie noch? Bin?). Und hat Ohrenstöpsel drin. Des Lärms wegen. Den ich beim Schlafen mache.

A-ha.

Und als sie einmal nicht genau wusste, ob das jetzt mein Schnarchen war oder ein Donnerschlag vom Gewitter draußen, bin ich ein bisschen verlegen.
Aber nur ein kleines Bisschen^^.

Abends gehen wir zurück auf die Bierbörse und werden dort bis auf die Haut durchnässt.


Sonntag:

Nach einem komatösen Tiefschlaf infolge großartigen Guildo-Horn-Konzertes, welches leider durch die herabschüttende biblische Sintflut für uns unterbrochen worden war, packen wir unsere Siebensachen und treten die Heimreise an.
Was mir bei den Menschen, die wir zurücklassen, immer ganz besonders schwer fällt.

Daheim angekommen sammle ich die mangels Anwesenheit ihres Herrn auf der Terasse verirrten Schnecken wieder ein und bestelle was beim Chinesen.


Kurze Zeit später textet mich Bin an, dass ich mein Tablet in Bonn vergessen hätte.
Erst denke ich: Auch kein Ding, hast ja noch das Andere vom Geschäft.
Und mal ein paar Tage ohne tablet bringen selbst DICH nicht um.

Dann fällt mir ein, dass Bin mein Passwort hat.
Und was auf dem tablet alles...ähmmm...
Da wird mir kurz warm und es bedarf eines schönen, kühlenden Jägermeisters.


Montag:

Stelle frühstücklich brötchenkauend mit Blick auf mein Smartphone fest,
dass ich heute Nacht leise im Bett war:
Die SnoreLab-App weist einen Snarch-Score von lediglich 116 aus.
Und lediglich eine "gewaltige" Schnarchperiode nachts ist wenig für mich - "laut" ist hingegen normal.


Teile mein freudiges Ergebnis mit der Gattin, deren Augenfarbe sogleich auf orange wechselt
und deren Finger sich knackend um das zackenklingige Brötchenmesser klammern.
Offenbar wird meine subjektive Lautstärkeeinschätzung von ihr (die ja neben mir liegt) nicht uneingeschränkt geteilt.

Verpreche der Geheirateten, für den Abend einen schönen, leckeren Salat zuzubereiten
und kann sie dadurch zumindest temporär wieder von dem Vorhaben abbringen,
mein zartes Halsfleisch in hauchdünnen Carpaccioscheiben zu genießen.



Dienstag:

Sitze in einer Praxisschulung und stalke surfe nebenher den Referenten bei Facebook an.
Bei ihm, der vorletztes Jahr 50 geworden ist, sieht man ziemlich schnell, dass er KEIN digital native ist und ihm KEINER Facebook erklärt hat.

Und wie man das mit den "Freunden" richtig einstellt.
Was ein Blick in seine hundertfache Freundesliste zeigt.



Boah.
Was haben wir GEBRÜLLT vor Lachen.
Gleich mal paar screenshots gemacht.

Mittwoch:

Termin im Büro des Maseratifahrers.
Er hat es offenbar aufgegeben, sich die Haare zu färben und ist jetzt komplett silberweiß.
Mit 47!
'Sieht echt gut aus zu seinen blauen Augen und der Malle-gebräunten Haut.

Fragt mich, ob ich 'nen Kaffee will.
Antworte mit JA.

Er zeigt auf die Küche und sagt ohne aufzublicken "Weißt ja, wo alles ist!"
Es hat schon seinen Grund, warum der Single ist, denke ich mir und gehe in die Büroküche.

Falls Sie schon immer mal wissen wollten, was bei Versicherungsagenten so im Kühlschrank ist -
bitte sehr:



Donnerstag:

Ahh. Mal wieder 'ne Nachricht vom Capt'n aufm Handy - ist denn der Monat schon wieder Rum?
(ok, der braucht jetzt ein bisschen.
Aber Sie kriegen das hin.)
Im Urlaub isser, aha.
Und gut gehen lässt er sich's.
Der Gute.

Schon der Hinflug sei vielversprechend gewesen, schreibt er.
Und das Wetter sei super und die Leute am Strand auch total nett.
Und dann gäb's halt immer Rum.
Der Gute.

Frage ihn, ob er nicht zufällig mal wieder auch mit mir irgendwas...aber ach, er macht sich Sorgen.
Dass seine Gegenwart meinen feingeistiges Gemüt mit nicht zuviel Stumpfheit bearbeite.

Immerhin, den Blog liest er also noch.
Der Gute.^^


Freitag:

Abends Treffen mit einem befreundeten Pärchen in der Landeshauptstadt im Steakhouse.
Wenn es ZWEI Dinge gibt, die ich bislang immer möglichst gemieden habe, dann
  1. abends rein in die Landeshauptstadt und
  2. zum Essen
Es bewahrheiten sich mal wieder alle Befürchtungen, wirklich alle.
Essen gehen bei uns in der großen City, das läuft in 19 von 20 Fällen schief.

Die Steakhouse-Preise verursachen Schnappatmung, aber es reicht immer noch nicht für vernünftiges Personal oberhalb der 450,--Euro-Grenze.
Mit der völlig logischen Konsequenz, dass man dann auch keine qualifizierte Auswahl bei den Bewerbern treffen kann, sondern schlichtweg JEDEN nehmen muss und von denen dann auch sehr bald alle wieder weg sind.


Der Laden ist draußen gerammelt voll, innen zu 85% leer und trotzdem wirken alle Bedienungen gehetzt und sind froh, nicht nach links und rechts schauen zu müssen.
Denn Rufen nach ihnen scheitert an der viel zu hohen Lautstärke der Musik.

Kein Wunder, sucht der Laden ganz unverblümt auf seiner website unter "Jobs" alles, wirklich ALLES an Personal, was man zum Betreiben eines Restaurants braucht - mit dem sehr zielführenden Hinweis in der Ausschreibung "Sie lassen sich zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen. Sie lieben es im Mittelpunkt zu stehen und alles auf einmal zu machen."

Das Fleisch ist äußerst mittelmäßig, ich muss 20% wegschneiden weil sehnig.
Es wird auf einem heißen Stein serviert - da muss man echt zusehen, dass man schnell schneidet und schnell die Stücke anbrät und vor Allem schnell wieder das Zeug runterzieht vom heißen Stein auf den warmen Stein.

Mal abgesehen davon, dass das Fett beim Anbraten der geschnittenen Stücke quer über den Tisch spratzt (schön auch für die Blusen der Damen) und der Küchenbratgeruch auf diese Weise eben geschickt an den Platz des Gastes outgesourced wurde.
Totale Kacke, dieses Konzept.

Wenigstens gibt es unbegrenzt ganz brauchbare house fries und geht-so-house salad.
Die 3 Bonsai-Saucentellerchen reichen für 2x eindippen und dann war's das, die Saucen selbst
(rot -weiß -grün) sind eine Frechheit. Noch nie so was Schlechtes bekommen.

Die Papa Asada der Gattin ist kinderhandgroß und völlig vertrocknet.
Der Kaiserschmarrn ist noch sehr viel schlechter, als man das Abseits seiner Heimatregion vermuten würde.
Der zu überfreundliche französische Kellner, der brauchbare Sauvignon Blanc, der gute Brownie verbleiben als einzige Pluspunkte eines ansonsten wirklich nicht notwendigen Abends.

Denn, ganz ehrlich?
Bei EUR 225,-- für 4 Personen stell' ich mich GERNE selber an den Grill und such' mir Fleisch und Wein und Saucen selber im Einkauf raus.

Und genau DAS haben wir fürs nächste Treffen auch vereinbart :-).

Kommentare:

  1. Ach ja, Bin ... Das erinnert mich daran, dass Du noch einen Tritt ans Schienbein von mir gut hast. Verschwindest in einer Nacht-und-Nebelaktion, und ich steh da mit ein paar Blogartikeln, die unvermittelt ihre Bezugspunkte verloren haben. Macht ma des? :-)

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    1. Diese Männer immer! Ein unzuverlässiges Pack!! ;-)

      Nun, es hatte sein müssen, genau so.
      Hütten brennen manchmal schlagartig nieder und ihr Wiederaufbau dauert Monate.

      Und steht man dann vor dem Neubau und denkt sich, "hey das sieht ja fast aus wie früher!", ist doch alles gut^^.

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