Samstag, 30. Juli 2016

Sevicia


Jeder tote Torrero ist eine freigewordene Stelle auf dem Arbeitsmarkt.



Vermutlich ist das der Grund, weshalb die EU Stierkämpfe immer noch
mit mehr als 40 Mio Euro jährlich Subventionsgeldern unterstützt?

Aber eigentlich ist mir der "Grund" egal - ich interessiere mich auch nicht für als "kulturelle Besonderheiten" gelabelte Tierquälerei im Sinne eines schützenswertes Kulturgutes.

Und wenn Spaniens Generalsektretärin der nichtregierenden Volkspartei 100x erzählt, "Stierkampf sei wichtigster Kulturausdruck der Spanier", dann weiß ich nicht, was ich verachtenswerter finden soll:
Diese Kultur der Spanier oder die Dummheit der von ihnen gewählten Volksvertreter.

(Aber halt, Denkfehler.
Politiker reden ihrem Volk ja immer nach dem Maul, zumindest in Demokratien.)


Als ginge es um Kultur!
Der damalige Kulturminister jener Dame (José Ignacio Wert) war da schon ehrlicher.
Er betonte in jenem Interview, „um den Stierkampf gebe es eine große wirtschaftliche Aktivität".

Na also, geht doch.
Die ganze Position in einem Satz zusammengefasst lautet also:

"Wir quälen und töten öffentlich Stiere in einem barbarischen schmerzintensiven und als Kulturgut getarnten Ritual, weil das Arbeitsplätze sichert und wir über die Steuereinnahmen dieser Industrie daran mitverdienen, anstatt ein paar tausend durch ein Veranstaltungsverbot arbeitslos gewordene Wähler durchfüttern zu müssen und uns zum Dank abwählen lassen dürfen. "

Sehen Sie? So einfach und so ehrlich kann Politik sein.

Ich für meinen Teil kann mich einfach nicht sattsehen an den Bildern von schwerstverwundeten Torreros!
Ich bin nicht religiös und auch nur eingeschränkt menschenfreundlich - ich darf das.
Es bereitet mir aufrichtig Freude, diese ...Menschen abgelichtet zu sehen in dem Moment eines den Tieren equivalent erfahrenen Schmerzerlebnisses (kleine Auswahl hier, Vorsicht, unangenehme Fotos).





Kommentare:

  1. Meine volle Zustimmung! (Hm, ich habe - natürlich - zuerst Servicia gelesen und war damit schon wieder beim Bier ...)

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    1. Wobei das Bier deutlich sinnvoller ist! ;-)
      Sylana

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  2. Nun, den Sinn der Sache versteh ich auch nicht. Ich bin aber kein Spanier, also muss ich das nicht.
    Was mir viel mehr auf den Geist geht, ist ja: Das Krokodilstränengeheule und die Berichtserstattung um den toten Torero!
    Manchmal gewinnt eben der Stier. Obwohl die Chancen ja sehr gegen den stehen. Berufsrisiko eben.
    Wenn ich Dachdecker bin, kann ich ja auch vom Dach fallen. Trotz aller möglichen Sicherheitsmaßnahmen.
    Sylana

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    1. Südländisches Dramatemperament, vermute ich?

      Um jemanden, der mit einem Schwert auf ein Tier losgeht, hab ich noch nie weinen können, aber das kam glaub ich schon im post raus^^.
      Und diese Torreroverehrung ist wie Heldenverehrung grundsätzlich was für Leute, die so was brauchen. Ich bin jedenfalls nicht dabei.

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    2. Ich brauch das auch nicht!
      Es wird schon am Geld verdienen Drumherum liegen, das sich diese Beschäftigung hartnäckig hält.
      Aber so ist die Welt. In Deutschland findet ja auch genug statt, was mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären ist.
      Sylana

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    3. Betrachtet man sich, was Alles um uns herum NUR NOCH des Geldverdienens wegen getan oder nicht unterlassen wird, möchte man verzweifeln, wahlweise auch amoklaufen.

      Wer Philantrop ist, hat von Menschen nichts verstanden^^.

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    4. Na ja, ich bin Realist!
      Sylana

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