Mittwoch, 13. Juli 2016

the Hackbällchen incident


Mit solider Grundbetankung laufen wir 6 Jungs aus dem Paulaner Biergarten kommend
gegen kurz nach zwölf an der Hotelbar ein.
Man muss eher von einem "Anprall" sprechen, wollte man präzise sein.

Die Gruppe Asiaten am Nebentisch ergreift sprungartig die Flucht, dafür gesellt sich die attraktive Bedienung (die schon gestern bis nachts um irgendwann dort war) zu uns.

Als Frau nachts an der Hotelbar - da müssen Sie was ab können.
Und sie kann.

Offenkundig hat sie es ein bisschen auf Toto abgesehen.
Es wäre auch ein Wunder, wenn ausgerechnet sie da jetzt als weltweit ERSTE anfangen würde,
das Ausnahmeteam zu gründen.
Das erste Bier zahlt er noch bar, das zweite läßt er aufs Zimmer schreiben.
Wegen 4,60 EUR !
Zweimal laut beim Aufschreiben die Zimmernummer genannt.
Nur zur Sicherheit.

Tom zwinkert mir seitlich zu und raunt "...guter Trick vom Toto, muss ich mir merken!"

Ertappe mich dabei, wie ich den Bauch einziehe, als sie zu uns an den Tisch kommt, um die Erdnüsse aufzufüllen. Ein alter, aber mittlerweile nicht mehr zielführender Reflex, jedoch - man(n) kann halt nicht aus seiner Haut.
Wobei, wär' schon mal wieder schön, zumindest vorne.

Die Bedienung kommt mit der Ültje-Verpackung zu Toto an den Platz und fragt "kann ich Ihnen die Nüsse auffüllen?" und bevor er was sagen kann, raune ich "Oh, dem können Sie auch beim Gegenteil helfen!" und sechs Jungs verwandeln die Hotellobby in ein Lachorgientheater.

Sie lächelt schief und wendet sich mir zu - shit, jetzt muss ich liefern!

"Darf's denn für SIE noch etwas sein?"
"Äh..jjja - eine Weißweinschorle bitte. Und für SIE gleich auch eine, wegen dem blöden Spruch von mir gerade!"

"Ah...das wär' KEINE so gute Idee!" antwortet sie.
"Wieso nicht?" hake ich nach.

"Weil ich heute abend noch nichts gegessen habe, da wär' das glaub' ich gefährlich."
'Höre, wie Toto hinter ihr mit gesenktem Haupt lang und gleichmäßig durch die Nase ausatmet.

Leider belasse ich es nicht einfach dabei und schlage vor, ihr was zuzubereiten - vorausgesetzt, sie könne mich jetzt nachts noch irgendwie in die geschlossene Hotelküche reinschmuggeln.

Und sie so: "Wieso, was würden Sie mir denn kochen?"
Und ich so: "Hmm, ich weiß nicht....was passt denn gut zu Ihnen? WIE HEISSEN SIE DENN?"

---Stille am Tisch--

sie: "Ich heiße Katrin."
ich: "Na dann....wie wär's mit ...HACKBÄLLCHEN ?"

sie: "ZU.KATRIN.PASSEN.HACKBÄLLCHEN ?!!??"

Und das ist der Moment, wo einige gröhlende Jungs wahlweise ihr Bier umschmeißen oder prustend mit der Hand vor dem Mund die Bar verlassen oder -wie Toto- mit geöffnetem Mund zur Decke in der Hotellobby starren, dabei in Zeitlupe den Kopf schüttelnd.

FAZIT:
Ganz hübsch, dieses Wiesbaden. Nette Leute auch.
'Muss halt ein oder zwei Jahre warten, bis ich mich in dem Hotel wieder blicken lassen kann, aber sonst: Total empfehlenswert.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinterlassen Sie an dieser Stelle ruhig Ihre Gedanken - in dem Bewusstsein, dass Sie sich hier in meinem Wohnzimmer befinden und bei mir zu Gast sind.

Ich freue mich über Ihren Kommentar, wenn er dies beherzigt, aber ich lösche ihn, wenn er sein Gastrecht missbraucht.

Und sofern Sie auf Ihren Kommentar eine Antwort von mir haben möchten, erkenne ich das daran, dass er nicht anonym und ohne Namenszeichen abgegeben wurde.