Freitag, 7. Oktober 2016

30 Jahre Blutregentschaft


An Deinen Lieblingsbands erkennst Du, wie die Zeit vergeht.




30 Jahre, Du meine Güte.
Und mal ehrlich, war nicht 1986 ein wundervolles Jahr, ein kometenhaftes Leuchten im Nachthimmel der Musik?
Und was sind nicht alles für an Genialität heranreichende Musikwerke in jenem Jahr veröffentlicht worden.

Eines der Wichtigsten wird heute 30 Jahre alt:  Reign in blood.
Ein Meisterwerk.
29 Minuten pure Aggression.

Das Album war so schnell und kurz, dass es komplett auf die A-Seite einer Kassette passte.
Auf der B-Seite war dann: Das gleiche Album komplett nochmal ;-).
Jesus, was wir sind damals AUSGERASTET, als wir das Album das erste Mal zu hören bekamen!

Überhaupt, die GANZE Musik damals. Und heute dieser Akustikdreck.

Ganz egal, welche: Heute schalte ich -obwohl ich's immer wieder mal mit wohlwollender Grundstimmung probiere- nach weniger als 10 min. aktuelle Musik aus.
Ob ausm Radio oder sonst woher.
Nicht UM, ich schalte AUS.

Es ist nämlich zwecklos, es ist überall das Gleiche - überall hat die Musik den loudness war verloren, es ist ÜBERALL das gleiche Kompressionsgedröhne.

Sie kaufen ein, sagen wir, MP3-Album von Madonna oder Lady GaGa (oder -ganz schlimm - David Guetta) und was bekommen Sie? Die einzelnen tracks haben teilweise level von 101-103 dB.
EINHUNDERTUNDDREI DEZIBEL ! Was für ein Irrsinn.

Ganz ehrlich?
Dann lieber nochmal dreißig Jahre Blutregentschaft.

Kommentare:

  1. MP3 ist doch sowieso der letzte Schrott, wenn man es mal so ausformulieren darf. Die Hälfte des Klangs fehlt von vorne herein und der Rest wird zusammengestaucht.

    Selbst zehn Jahre alte CDs klingen dynamischer, als das, was man heute mit den MP3 auf die Ohren bekommt.

    Ich hab hier n Rotel Vorverstärker und eine Endstufe von NAD. Weiß wahrscheinlich niemand mehr, was zum Geier, das ist.^^ Jedenfalls holen die schon viel aus dem MP3 Gedöhns raus aber wenn ich dasselbe Lied auf dem CD Player abspiele, muss ich die Lautstärke erstmal um ein Drittel runterdrehen, weil mir sonst die Fenster aus den Rahmen hüpfen. Nicht wegen dem scheppern, sondern von dem Druck, oder besser der Präsenz, die auf einmal im Raum herrscht. Dieser Unterschied ist körperlich spürbar und ich frage mich, ob die Musik auch deshalb so kastriert wurde. Damit man weniger fühlt.

    Ich vermisse jedenfalls die Zeiten, in denen mein bester Freund und ich stundenlang dem Meister im Hi-Fi-Studio auf den Sender gegangen sind und diese Yello CD ("Baby", das Stück "Blender"; ich hab keine Ahnung, wie oft uns der Hubschrauber um die Ohren geflogen ist :-D)) auf drölfzig Geräten mit zig Boxenpaaren angehört haben... *schwelg*

    Jo. Musik. :-)

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    1. Also ganz sooooo krtisch bin ich beim MP3 gar nicht, zumindest nicht grundsätzlich - ich hab ALLES auf MP3 konvertiert und seit wenigstens 5 Jahren keine CD mehr eingeworfen.
      Es macht halt einen RIESENunterschied, ob Du Musik in 128 kbit oder in 320 kbit speicherst.

      Im Radio wird glaube ich 128 kbit oder max 160 kbit rausgehauen, es sei denn, Du hast einen der Standard-U.S.-Soldatensender erwischt - die haben auch kein Problem damit, auf 96 kbit runterzugehen, da hörst Du das treble-Flimmern quasi aus 20m Entfernung in den Lautsprechern^^.

      Mein Hauptproblem mit heutiger Musik ist neben dem loudness war und der bemitleidenswerten Kompositorik vielmehr auch die Dynamik. Sie fehlt nämlich fast vollständig, vielleicht geht das in die gleiche Richtung, die Du als PRESENCE bezeichnet hast.

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    2. Genau das meinte ich. :-)

      Ja na klar, man kann mit vernünftiger Bitrate auch MP3 anhören, mach ich ja auch fast ständig. Aber ab und zu setz ich mich eben hin, schiebe die Lieblings-CDs ins Gerät und flieg ne Runde weg... ;-)

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  2. "Mögliche Ursachen von subjektivem Tinnitus
    ...
    Schalltrauma (akut oder chronisch)
    ..."
    LG J.

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    1. *gg*
      Also ersten kam MEIN Tinnitus weder durch SLAYER noch durch sonst irgendein akustisches Trauma zustande und zum Anderen bin ich so furchtbar lärmempfindlich (sic), dass ich auf dem Zahn immer schon ziemlich zurückhaltend war.

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  3. Dieses Radiogesabbel und -gedudel und -rumgewerbe braucht doch auch kein Mensch. Abgesehen davon, das ich musikalisch sowieso in der Vergangenheit festhänge. Bestenfalls gibts hier mal Deutschlandfunk, aber auch eher ausm Netz, ansonsten bin ich mittlerweile beim 80er-Sound von einem belgischen Internetradio und bei einem "Mittelalter"-Radio gelandet. Keine Werbung, kein Moderatorengebabbel, keine Nachrichten - nur ein Lied nach dem anderen.
    Und für alles Hörenswerte von Format gibts Mediatheken.

    Und überhaupt: SLAYER!! \o/

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    1. Das mit dem "Festhängen" geht doch irgendwann JEDER Generation so und ist sicheres Indiz für progredienten Alterungsprozess^^.

      Wie heißen denn Deine belgischen / mittelalterlichen Sender?

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    2. Hach ja, der gute alte Metal Hammer ...

      Zu den Internetradios:
      radiobarde.de (Wird offenbar textlich nicht mehr aktualisiert, eine Werbung pro halbe Stunde oder so, aber gute Musikmischung)
      und
      Classic2180s.radio.de.
      Seit kurzem auch der Metal-Ableger von classic21.

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  4. Es waren die ersten Platten die wir uns untereinander geliehen habe, die Diskussionen im MetallHammer ob gut oder schlecht und ob es nun hart genug ist oder eben nur poppig ;-) Tja wir werden alle alt, kennen aber gute Musik *grins*

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    1. METAL HAMMER! Goldene Zeiten waren das!

      Ich entsinne mich im METAL HAMMER eines Musikredakteurs namens DEATH METAL NORBERTO, der das Album VERRISS und sich mit Götz Kühnemund in die (damals bei Letzterem noch vorhandenen) Haare bekam mit seiner Aussage, Slayer würden nunmehr nach ihrem Debutalbum eh nur noch Kommerzkacke (!) machen ;-)).

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