Samstag, 22. Oktober 2016

im Hotel Fitti


Einen wahren Athleten hält ja nichts vom Sport ab.
Nicht mal ein Kater oder die wochenendliche Lust zum Ausschlafen.

Das können Sie sich fett abschminken, wenn Sie mit dem Captn unterwegs sind.
Das letzte Mal in Auswärts-Städten (besser so, weil: da kennt man uns noch nicht) schleifte mich
Sergant C. im Hotel unserer Wahl morgens runter ins Hotel Fitti und stellte uns aufs Laufband.

Aufs LAUFBAND.
MICH.


Jetzt müssen Sie wissen, dass Laufbänder und ich eine große Gemeinsamkeit haben:
Wir beide sind jeweils nicht wirklich für den jeweils Anderen erbaut worden.

Immerhin, ich gebe zu: Im Segment der Laufbandausstattung hat sich viel getan.
Beispielsweise sind da jetzt rundrum so Haltestangen montiert, die mich wohl frühzeitig auf
meine Lebensphase hinterm Rollator vorbereiten sollen.

Und für so Technikaffen wie mich gibt's mittlerweile riesige Displays vorne dran.
Echt riesig. So iPad Pro-in-groß-mäßig.

Jetzt könnte man meinen, die riesigen Displays würden hinreichende Motivation abspielen, damit man sich mit der gebotenen Körperstraffe und eingezogenem Bauch auf dem Teil bewegt.

Beispielsweise, in dem man als Laufstrecke einen gefilmten Sandstrand abspielt.

Wo die Kamera hinter einer halbnackten Strandschönheit mit flatternden glatten langen Haaren herfährt, die man dann joggend verfolgt, während man ihr keuchend und sabbernd auf den Arsch glotzt.

Sie wissen schon, so eine, wo man von hinten noch die Halbmonde oben links und rechts bei jedem Schritt rausschwenken sieht, da glücklicherweise trotz 75F im Bikini joggend.
(Was ja die Regel ist, wie mich die Musikvideos auf MTV jahrelang gelehrt haben.)

Aber nein, was wird gezeigt?
Ein Wanderpfad.

Schön sanft durchs Grüne über Sandwege.
Bergab in eine sicher sehr besuchenswerte Touristenattrakion.
Dabei die spazierenden Rentner gelegentlich nach außen in die Haltebucht drängend.

Der Captn hat's auf seinem Laufband schlechter.
Sein Display ist kleiner (wenigstens ETWAS, das bei ihm kleiner ist), dafür ist seine Schwierigkeitsstufe auf weitaus härter eingestellt (nein, DA sag' ich jetzt nix zu).
Aber Titten gibt's auf seinem Laufband auch Keine, das eint uns wieder.

Ihn stört es wenig - ganz der Körperstählung verschrieben rennt er behenden Schrittes
seiner Konditionshärtung auf dem Laufband entgegen, dabei das markante Kinn nach vorne gereckt,
den stählernen Blick seiner klaren Augen geradeaus gerichtet, während ihm der Schweiß die
sich nur unwesentlich lichtenden Haaransätze herabrinnt, einem neuen Geschwindigkeitsrekord entgegen.

Gucke ihn fassungslos von der Seite an und denke mir:
Leni Riefenstahl wäre jetzt feucht geworden.





Ich bin übrigens der mit dem gelben T-Shirt.

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