Freitag, 23. Dezember 2016

a tout le monde



[ Nicht das erste Mal, das ich den song
unter diesem Titel poste.

Und wie ich mich einschätze, auch
nicht das letzte Mal.]

Die Blogdienstälteren unter Ihnen alle mal aufstehen - erinnern Sie sich?
Heute vor 3 Jahren? Noch zu Zauberblog-Zeiten, was da los war?

Heute vor 3 Jahren ging einer der heikleren und dämlicheren Lebensabschnitte des Blogbetreibers mit einem Paukenschlag zu Ende (und das nur, um einen noch Dramatischeren einzuläuten).

Nachdem Sie den Typen hier schon in den Wochen davor in einem -woraus kein Hehl zu machen war- desolaten emotionalen Zustand vorgefunden hatten, mit folglich zweifelhaften Blogposts.

Und sich mit Recht gefragt hatten,

     a) ob der wenigstens noch einen Basisbestand an heilen Tassen im Schrank haben könne
         und
     b) ob der es überhaupt noch lange mache

Wenn Sie damals für sich beide Fragen mit "nein" beantwortet hatten, dann lagen sie damit in gewisser Hinsicht richtig.
Nicht zuletzt resultierte das, was dann folgte, in einer neunmonatigen Blogpause.
Und in einer Beinahetrennung.

Und in wirklich geilen Psychopharmaka, in wild ausgelebten Träumen.
In Bondagesessions und schmutzigen SM-Studios, deren Tapeten mehr aus Kerzenruß denn aus Farbe bestanden, mit Hundefressnäpfen unter den Gynäkologiebesteckschränken.
Und einer Dienerin in Sexschaukeln und rollbarem Käfig.

Aber damals, heute vor 3 Jahren - da war mir noch so gar nicht nach wilder Party. Noch nicht.
Da war ich schlingernd im Auto unterwegs zur Familie der Gattin, über die Weihnachtsfeiertage.

Nachdem ich wenige Minuten zuvor von der jungen Frau, in die ich mich ziemlich verknallt hatte, einen mega Korb bekommen hatte und ich nun Rotz und Wasser heulend die Strecke Richtung Ostalb nach einem passenden Brückenpfeiler absuchte.

Wie schwer das Aufrechterhalten der Maske über die Feiertage bei der Familie gefallen war, immer wieder unterbrochen von Heulkrämpfen hinter der verschlossenen Badezimmertür.
Und wie es Wochen dauerte, bis ich wieder einigermaßen auf Kurs war. Nicht.

Ob ich was daraus gelernt habe?
Das kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Ich kenn' mich.
Glaube ich.



Don't remember where I was
I realized life was a game
The more seriously I took things
The harder the rules became
I had no idea what it'd cost
My life passed before my eyes
I found out how little I accomplished
All my plans denied


Kommentare:

  1. Ich glaub, die Tragweite, so wie du sie jetzt beschreibst, kann ich nicht bemerkt haben. Man bekommt durch das geschriebene Wort ja doch nur Fragmente mit. Ich sitze ja hunderte von Kilometern weit weg, und habe keine Gesicht dazu, das geschriebene Wort lässt auch nur bedingt Emotionen zu.
    Umso besser ist, dass du da bist! Und ich bin sicher, dass du was draus gelernt hast. Die Frage ist nur, was?

    In jedem Fall, lieber Rain, danke für diesen Blog - das darf man zu Weihnachten ruhig mal sagen :-), und ich wünsche dir ein wundervolles Weihnachtsfest!

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    1. Ich danke Dir sehr für Deine freundlichen Worte und gebe die guten Weihnachtswünsche von Herzen zurück :-).

      PS: Das GESICHT kann ich hier natürlich nicht posten^^ - aber nur so viel: Es macht ein Verlieben leicht.

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    2. Drei Jahre ist das schon wieder her? Und wie ich mich daran erinnere... Damals habe ich mich während der Feiertage tatsächlich öfter gefragt, wie es ihnen wohl geht oder eher: wie sie die Feiertage u. die Zeit danach. überstehen werden. Aber ich sehe: Unkraut vergeht nicht, hier sind Sie wieder. ;)

      Aus so einer Situation lernen? Hm... sind wir nicht fast alle irgendwie ein bisschen unzurechnungsfähig, wenn Gefühle (u. ein paar andere Dinge) im Spiel sind? Shit happens. Hinfallen, aufstehen, Krone richten. Besitzen Sie überhaupt ne Krone? Jeder sollte eine haben. Bei Burger-K*King gibt's ein nettes Einsteigermodell. ;)

      Lieben Gruß und schöne Feiertage!
      Anna

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    3. Es sind in der Tat bereits 3 Jahre. Absolut irre, wie die Zeit gerast ist.
      Und im Zusammenhang mit meiner Person ist "Unkraut" ein wie ich finde sehr passendes label :-), ebenso wie "unzurechnungsfähig".

      Ja, ich besitze eine Krone, sogar eine vom B-King^^.
      Ihnen auch schöne Feiertage und vielen Dank!

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  2. Schon drei Jahre her? Mensch, die Zeit war schnell rum gegangen.

    Aber wenn wir aus Situationen lernen würden, so lernen, wie Sie das meinen, würden wir dann nicht verbittern? Ist es nicht dieses hoffnungsvolle Herz, manche Situationen ein aufs andere Mal erneut erleben zu wollen, dass uns zeigt, dass wir leben? Würden wir draus lernen, würde das nicht bedeuten, dass wir unsere Herzen verschließen? Dass wir verbittern?

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    1. So ist es, 3 Jahre.
      Aber ganz ehrlich? Wenn das zentrale Signal, ZU LEBEN, darin besteht, hin und wieder das hohldrehende "hoffnungsvolle Herz" zu spüren (mit ALL den daraus erwachsenden zu 98% fatalen Konsequenzen), dann finde ich "Leben" gleich noch ein Stück weniger attraktiv bzw. relevant, als ich dies ohnehin schon tue.

      Ich glaube nicht, dass man dadurch "Verbittern" muss, es ist aber sicher so, dass es ein Stück weit den Optimismus dämpft. Das ist der Preis dafür, den Enthusiasmus in Schach zu halten - anders kenne ich es nicht.

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    2. Hmm, ich weiß nicht recht...gibt's denn da unten wo ich hinkomme wirklich Wolken?
      Haben Sie da womöglich weiterführende Insider-Infos für mich?°°

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    3. Rauchwolken mein Lieber. Vom Höllenfeuer.

      Insiderinfos? Ich weiß nicht. Aber meine Sicht der Dinge. In ein paar Tagen. In meinem Blog.

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    4. RAUCHwolken, DAS ist es! Clevere Dame!

      Und ich harre des baldigen postes im Cafe Laterne...;-)

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    5. Da ist ja die Ziege - wie schön ;-)

      LG
      Mechthilda

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    6. Mit Verlaub - es ist ein Esel diesmal ;-)).
      Aber er heißt auch wieder MAX ♥.

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    7. Stimmt :-)

      Ich sollte die Brille putzen - vielleicht ...

      LG
      Mechthilda

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  3. das mit den 3 Jahren verwundert mich auch jetzt. Ich hätte geschworden, dass es 2 Jahre sind. Aber egal. Hauptsache du hast die Krise gemeistert und wieder Deinen Weg gefunden.
    Manchmal muss man einfach ein Haken hinter bestimmte Erlebnisse machen sonst dreht man einfach irgendwann durch. Wobei wir dann wieder bei der Geschlossenen mit den lustigen bunten Pillen wären ;)

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    1. So ging es mir auch - aber es sind tatsächlich bereits drei Jahre her.
      Weg gefunden? Wir werden sehen^^.

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    2. ich denke schon ;)
      Ich weiß, es sind nur geschriebene Worte hier, aber ich habe trotzdem vermittelst Du mir das Gefühl, dass Du einen guten Weg gefunden hast. Der muss nicht immer perfekt sein, bei niemanden ist er perfekt. Man sollte halt wesentlich mehr auf den Füßen stehen als auf der Fresse liegen.

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  4. Hach...Ich kann mich auch erinnern. Und auch mir kommt es nicht so lange vor. Muss am Alter liegen��
    Ich kenne diese Gedanken und diese Verzweiflung auch und habe (natürlich) keine Lösung.
    Über all das musste ich in den letzten Jahren soviel nachdenken und drehe mich doch immer im Kreis...
    Ich weigere mich trotzdem mittlerweile, diese Gefühle zu unterdrücken. Sie gehören zu mir und lassen mich spüren, dass ich lebe.

    Aber davon abgesehen imöchte ich auch Danke sagen für Deinen Blog. So hat man zumindest das Gefühl, nicht der einzige verrückte Mensch auf der Welt zu sein ;-)) Frohe Weihnachten!

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    1. Es tut wirklich gut, solche Zeilen zu lesen. Ich inhaliere so was immer, speichere es dabei ab in dem Bewusstsein, dass sicher noch mal eine Phase kommt, in der ich mich damit aufbauen kann.
      Manchem mag das als ein Festklammern an Strohhalmen erscheinen - aber: Besteht nicht jedes schutzbietende Nest mit seiner Weichheit und Wärme aus Strohhalmen?

      Anders gesagt: ICH habe zu danken ❤.

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