Donnerstag, 15. Dezember 2016

Der letzte Tag

[ ich glaub, es gab schon  mal
einen post von mir mit diesem Titel - aber
in einem früheren Blog.
Und sicher zu einem anderen content.

Also, was soll's. Fuck it. ]


Anlässlich des Ausscheidens von Kollege "Büffel" überfallen mich nahezu täglich Gefühle wie Neid, Nachdenklichkeit, Trauer, Rachegelüste, Jobzukunftssorgen....und Träumereien.



Vermutlich denken viele Menschen über ihren eigenen "letzten Tag" in der Firma nach - hin und wieder. Aber sicher nicht mit der (schadhaften) Quantität und selten in der Qualität, wie ich das tue.
Im Prinzip ist mein letzter Tag in dem Laden gedanklich schon fix und fertig.

Aus diesem Grund sauge ich auch immer Artikel, Videos, Berichte und Fotos in mich ein, die vom "berühmten letzten Tag in der Firma" erzählen.
Wieder und wieder schaue ich sie mir an (und Ihnen ist vermutlich ebenso klar wie MIR, auf welchen pathologischen Befund dieses Verhalten hindeuten könnte ;-).

Jedenfalls, mein aktueller Held der Woche ist Michael Stuban.
Ja, den könnten Sie googlen.
Aber Sie sind doch ohnehin schon hier - hier am Ort der Alerten und Beflissenen, der Sammelstelle für das Wissens- und Überdenkenswerte.

Michael Stuban füllte nur Minuten bevor aus er in den Vorruhestand ging noch mal eben kurz ein
 EXIT QUESTIONNAIiRE   aus, einen Fragebogen anlässlich des Ausscheidens aus der Firma.

Und Mr. Stuban NUTZTE die Möglichkeit, nach mehr als 35 Dienstjahren. Weidlich.

Er sprach mir mit seinen Worten sehr aus dem Herzen.
Und etlichen anderen vermutlich auch, daher hier der link zu seinem feedback.

Meine Highlights waren diese:

" Die ersten 30 Jahre waren toll, aber die letzten 5 furchtbar."

"Wir haben keine Moral."


"Es werden Stellen für Personen geschaffen, die nicht qualifiziert sind." 

"Das Management hat sich vom Durchschnittsangestellten verabschiedet und guckt nur nach sich selbst."


"Jobs und Beförderungen werden politisch vergeben, es geht nicht darum, was Du weißt, sondern darum,
wen Du kennst."


"Bei mir bleibt das Gefühl: Das obere Management sagt  'Tu, was wir Dir sagen, oder such Dir
einen anderen Job' ".


"Ich würde derzeit niemandem empfehlen, hier zu arbeiten."




Übrigens gab es auch eine Antwort vom Oberchef dazu, die hat Mr. Stuban aber nicht mehr lesen können, sie wurde ihm aber von Kollegen noch zugespielt.

Sie lautete unter Anderem: "Mr. Stuban ich glaube nicht, dass wir uns je getroffen haben und nachdem ich Ihren Exit-Fragebogen gelesen habe, bin ich dankbar dafür."

Kommentare:

  1. Nun, ich weiß, wie MEIN letzter Tag in meiner Firma war, oder besser meine letzten Tage. (Und die letzten drei, vier, fünf Jahre.) Jedesmal, wenn ich anfange, meine Entscheidung zu bereuen, denke ich da dran, dann gehts wieder.
    Ich darf gar nicht anfangen davon zu erzählen, weil sonst muss ich mich uffresche!

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    1. Hin und wieder tut es uns allen gut, uns zu entsinnen, wie "es damals wirklich war".
      Nicht nur beruflich.

      Es hilft uns, zufriedener zu sein mit dem, was wir haben.

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  2. .....ich kenne das Gefühl davor und seit ein paar Wochen das Gefühl danach. Wenn im Kopf die Schranke gefallen ist kommt die Zeit an der losgelassen werden muss - zum Wohle aller die bleiben.

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    1. "Zum Wohle aller, die bleiben" - offen gesagt bin ich mit abnehmender Tendenz an dem Wohl jener interessiert, die bei mir auf der Arbeit BLEIBEN ;-).

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    2. Arbeitswelten sind Veränderungen. Es gibt eine Zeit in denen Veränderungen hinterfragt werden müssen. Wenn die "Herde" aber still und zufrieden frisst, muss der einzelne Stier entscheiden ob er auf der Weide richtig ist oder ob es Zeit ist weiter zu wandern damit die anderen fressen können und nicht den Appetit verdorben bekommen.

      Es gibt einfach Menschen die Dinge anders warnehmen. Denen die Ignoranz des offensichtlichen auf die Nerven geht. Solche Störer sind aber nicht gerne überall gesehen. Sie bringen nämlich die Naivität der Gruppe ins Wanken. Und zum Teil möchte das die Gruppe eben selbst auch nicht. Es ist einfacher naiv durchs Leben zu gehen als sich aufzuregen was man aus Sicht der naiven eh nicht ändern kann ;-)

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