Montag, 6. Februar 2017

Dr. Miracle (again)


Ein Wochenende wie gemalt. Sofern man auf Geroge Grosz steht.

Freitags durften Biffy Clyro ohne mich spielen,
da ich mich -vorsichtig ausgedrückt- außerstande sah,
unter Menschen / in große Hallen / in dunkle Räume zu gehen.

Die alte Phobie hat nach langer Zeit mal wieder eine Schlacht gewonnen.

Mal wieder eine bezahlte Konzertkarte verballert.
Aus meinen bisher Sausen gelassenen Konzertkarten hätte so Mancher
erfolgreich seine gesamte Altersvorsorge bestritten.


Gestern hatte Steph Geburtstag.
Das hätte mal ein richtig guter Kumpel werden können.
Wenn er beispielsweise eines von seinen fünf dutzend Versprechen "wir müssen jetzt echt mal wieder abends auf ein Bier weg gehen" mit einem konkreten Terminvorschlag erhärtet hätte.
Oder mal einen Rückruf auch tatsächlich vorgenommen hätte, nachdem man keine Ahnung wie oft ihn zu erreichen erhofft hatte.

Gestern hab ich ihn nicht angerufen, er hat auch keine Textnachricht bekommen.
Das hat die Gattin erledigt.
Der kann etwas, was so viele auch schon geschafft haben: Mich. mal.
Erschreckend, auf was für Belanglosem viele Verbindungen bestehen.
Erstaunlich, welche Kleinigkeiten sie aufzulösen vermögen.

Also war ich das Wochenende auf der Couch.
5 Folgen Game of Thrones, das lässt sich doch hören.
Außerdem stand ich viel in der Küche.
Männeressen zubereiten.

Und Sie?
Mit Ihnen probier' ich heute was, das ist schon 2x ...jau, schief gegangen.
In zwei vorherigen Blogs.
Mir egal, ich kann stur sein, wussten Sie das?

Das nennt sich "Sprechstunde Dr. Miracle" und geht so:
Sie sagen mir, wo der Schuh drückt in Ihrem Leben, ich liefere die Lösung.
Alles in den Kommentaren.

Ihnen tut was weh?
Ich hab' das Rezept.

Glauben Sie nicht?
Probieren Sie's aus.

Kommentare:

  1. Ich habe es auf 6 Folgen geschafft und überlege mir WhatsApp zu löschen. Zu viele Menschen denken, dass das den realen Kontakt ersetzt.

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    1. Nicht die Technik ist das Problem. Die Art, wie wir sie benutzen, ist es oft.

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    2. @ Nelly:
      Die Frage, die DU Dir vorher aber stellen solltest, ist:
      WILL ich das denn, dass die Menschen zu mir einen anderen Kommunikationskanal nutzen, zu dem ich sie quasi genötigt habe, in dem ich den von ihnen bevorzugten Kanal abklemme?
      Du könntest bei dem Versuch, die Antwort herauszufinden etwas lernen, das weh tut.

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  2. Heute wieder besser? Habe am Samstag aus nicht unähnlichen Gründen auch beinahe meine Karte für eine "Hörspiel"-Veranstaltung verfallen lassen. Lediglich die Tatsache, dass ich mich mir selbst gegenüber verpflichtet habe, in diesem Jahr ... ähm... na um es kurz zu machen: ich habe mich gezwungen, hinzugehen. Und habe es für einen kleinen Moment bereut, als plötzlich hieß: "Damit Sie das Hörspiel entspannt u. ohne Störung von außen genießen können, schließen wir jetzt die Türen ab." War der perfekte Moment für ein beruhigendes Mantra: "Einatmen, ausatmen, ich werde das verbloggen" und nach 3 Min. ging's dann wieder. Bin ich nicht ein Glückspilz? Da sucht man sich eine Herausforderung und es wird noch gratis eine draufgepackt. ;)

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    1. Das ist das Schöne an Herausforderungen: Sie können hinter jeder Ecke lauern.
      Das Schöne am Leben ist: Man kann sich jeden Tag aufs Neue aussuchen, ob man sich ihnen stellt.
      Oder ihnen einfach von der Couch aus den Mittelfinger entgegenstreckt und ihnen zuruft, sie sollen sich für heute zum Teufel scheren.

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  3. Ich kannte auch mal einen "Steph". Immer, wenn ich ihn zufällig traf, sagte er:"Wir müssen uns unbedingt mal wieder treffen. Ich melde mich.". Das tat er allerdings nie. Bei der wasweissichwievielten Aussage in diese Richtung bat ich ihn, zukünftig darauf zu verzichten, da wir beide wüssten dass er das sowieso nicht ernst meine und wir uns diesen bizarren Moment doch besser ersparten. Das war vor 20 Jahren. Seitdem habe ich ihn noch einmal wiedergetroffen. Das war vor etwa vier Jahren. Er wollte unbedingt meine Nummer haben, da wir uns ja unbedingt mal wieder treffen müssten. Er würde sich melden. Den Rest der Geschichte können Sie sich denken.

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    1. Da spielt meine Hirn doch gleich wieder die Jeopardy Musik ab

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    2. @GCC:
      Es sind diese kleinen Begegnungen im Leben, die das Leben werter machen - nämlich OHNE sie.
      Was Einem aber erst anschließend wieder klar wird.

      Habe aber die Frage, welches Problem von mir jetzt zu lösen ist, nicht ganz verstanden ;-).

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  4. Das ist ja krass, dass Du nicht zu Konzerten gehen kannst. Und sehr schade...Weißt Du, woher Deine Phobie kommt?

    Das mit den Leuten, die versprechen, sich zu melden usw. kenne ich natürlich auch. Aber meistens sind das Leute, auf die ich eh verzichten kann. Bei Menschen, die ich wirklich mag und an denen mir echt was liegt, habe ich das Gottseidank noch nicht erlebt. Kann auch sein, dass ich die eben erst dann anfange, wirklich zu mögen, WENN man sich denn doch öfter trifft und auch das Melden auf Gegenseitigkeit beruht.

    Passenderweise war ICH am Samstag auf einer Feier von jemandem, von dem ich auch schon ewig nichts mehr gehört hatte und den ich schon aus Vor-Whatsapp-Zeiten kenne. Von damals...aus der Steinzeit ohne Handys.
    Aus heiterem Himmel kam eine Einladung (per Telefon, also so in Echt mit Sprache). Es war noch nicht mal ein runder Geburtstag oder was Besonderes, einfach so. Und es wurde ein schöner Abend mit lustigen Gesprächen.

    Zu Dr. Miracle:
    1.) Inwiefern ist das Ganze denn in den anderen Blogs schiefgegangen?
    2.) Mein Schuh drückt am Herzen. Ganz schlimm. Hab schon alles versucht, Blasenpflaster, Einlagen, Barfußlaufen ;-) - nichts hilft.
    Aber das kann ich hier nicht detailliert schreiben. Deine Meinung zu meinem "Schuh" würde mich zwar durchaus interessieren, aber in den Kommentaren finde ich das irgendwie unpassend.

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    1. Ich KANN auf Konzerte/Veranstaltungen gehen und TUE das auch.
      Aber manchmal kommen alte schlechte, dafür jahrelang eingeübte bad habits wieder heraus.

      Schon als Kind und ganz schlimm als Teenie war es so, dass ich mir vor irgendwelchen "events" tage- (und vor allem nächte-)lang einen Kopf gemacht habe um "was wird dort passieren?" | "wie wird das?" | "hab ich an irgendetwas nicht gedacht?" usw.
      Diese "events" konnten völlig banale Dinge sein.
      Klassenfeten zum Beispiel.
      Ausfahrten.
      Schulveranstaltungen.

      Das ging in der Spitze so weit, dass mein Vater auf dem Weg mit dem Auto (um mich dorthin abzusetzen) mehrmals anhalten musste. Weil ich so emotional durch den Karton war, dass ich mich übergeben musste.
      Und so ganz gelegentlich, nicht oft, kommt diese "was kommt da auf mich zu?"-Furcht noch mal durch, in schwacher Form.
      Aber wenns so läuft wie bei Biffy Clyro, dass ich schon 24 Stunden vorher Magenkrämpfe kriege und nachts rumgrüble und mich gar nicht mehr drauf freuen kann, ist das ein gutes Signal, einfach sanft zu mir selbst zu sein und zu sagen: An einem anderen Tag wieder, alter Junge. Bleib dort, wo es Dir gut geht.

      Übrigens hielte ich es für extrem clever, Menschen erst DANN anfangen zu mögen, wenn die sich gemeldet und Interesse bekundet HABEN!
      'Könnte ich glatt was von lernen.

      Dr. M.:
      Manchmal gab's da Sprechstunden ohne auch nur EINEN Kommentar, der das Tagesmotto beherzigt:
      SIE fragen, ICH antworte.

      Wo ich doch Herzspezialist bin.^^

      (Und meine eMailadresse ist rechts oben neben dem kleinen Esel gelistet^^.)

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    2. ok, Du bekommst eine Mail... :-)

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  5. ...sucht erst mal Rezept fürs "Männeressen"......

    Fragend umherschau....

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    1. ...so ungeduldig, my dear?
      Kannst es nicht erwarten, bis ich das Männeressen poste, hmm,?

      Böses Mädchen, ab mit Dir an die Leine! }:‑)

      (Wo hab ich jetzt nur wieder die Rute?)

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    2. Oho, Rute uns Leine!
      Versprichst Du das? ;-)

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    3. Ich VERSPRECHE es nicht nur, ich ORDNE ES AN.

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  6. Herzensangelegenheiten, Dr Miracle?

    Das Herz will lieben doch darf es nicht. Die Seele will sich anlehnen, doch fällt ins Leere.
    Ich bin erschöpft, will mich ausruhen, brauche eine Pause, muss durchatmen, doch kann es nicht.

    Menschen helfen, schaffen Freiräume, Ablenkung, schaffen Stunden der Erholung. Doch das was ich brauche können sie nicht leisten.

    Müde Grüße von Frau Laterne

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    1. Frau Laterne, des Herzens Wunsch braucht ein ZIELobjekt,
      dieses will zunächst observiert und akquiriert werden,
      dafür braucht es Zeit und Kraft - also müssen zunächst die Zeit und die Kraft her.

      "Ich kann nicht" ist eine Frage der Prioritäten - all die Dinge, Menschen und Aufgaben, welche zum "ich kann nicht" beitragen, was werden sie tun, was wird aus ihnen, wenn SIE erst auf der Nase liegen?
      Im Krankenhaus gar?
      Was ist dann gewonnen, wem war dann gedient?
      Um welchen Preis?

      Es ist übrigens eine zutreffende Einschätzung, dass Menschen nicht zu leisten vermögen, was SIE brauchen - das kann nur EIN Mensch, und der liest dies hier gerade.
      Es sind die Eigenansprüche an das Bild, wie man sich gerne zu leisten in der Lage sähe, die uns fertig machen.

      Die allererste Frage, die man sich stellen sollte bei der nägelkauenden Suche nach eigener Kraft, nach eigenen Refugien und Rückzugsräumen, lautet:

      Wenn ich dies und jenes JETZT NICHT SOFORT TUE, stirbt dann ein Mensch, den ich liebe?

      So lange DIESE Frage mit NEIN beantwortet werden kann, ist so mancher Rückzugsraum gefunden und gestaltbar.

      Nur Mut. Und viel Licht unter Ihrem Schirm, Frau Laterne.

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  7. Dr. Miracle...Da drückt zwar kein Schuh, aber die so gut eingelaufenen Schuhe passen nicht mehr. Und dann das Herz...Das läuft über. Und überhaupt...Ich will ans Meer. Können Sie mich nicht krank schreiben? Bis Ende März?

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    1. Auch die bestens eingelaufenen Schuhe sind irgendwann unpassend - wie wäre es mit einem kleinen neuen Paar, zum Tanzen?
      Bewegung ist so wichtig!

      Die Sehnsucht nach dem Meer ist UNHEILBAR, Frau Poesie!
      Ich kann Ihnen hier KEINE Hoffnung machen!

      Also, ich schreibe Sie krank erstmal bis Anfang März.
      Fahren Sie an die See.

      Danach höre ich Sie nochmal rundrum ab, mein Stethoskop habe ich immer dabei.
      Und wir schauen dann nach, ob Ihre Verspannungen zwischenzeitlich gelöst werden konnten.´
      Sonst Massage.
      20 Einheiten á 25 min.

      Im Saunabereich des Wellnesshotels, mit Blick aufs Meer vom Außenbecken aus.
      Solebad, 31°C, mit 1,5% Salzgehalt.

      Wollen doch mal sehen, ob wir Sie nicht wieder hinkriegen!

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  8. Danke, Herr Dr.!
    Auch wenn mich das mit dem Stethoskop etwas beunruhigt ;)


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    1. Frau Poesie, ich kann Sie da ganz beruhigen:
      Aus dem Alter, in dem Stethoskope im Einsatz uns beunruhigen könnten, sind wir Beide raus.

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Ich freue mich über Ihren Kommentar, wenn er dies beherzigt, aber ich lösche ihn, wenn er sein Gastrecht missbraucht.

Und sofern Sie auf Ihren Kommentar eine Antwort von mir haben möchten, erkenne ich das daran, dass er nicht anonym und ohne Namenszeichen abgegeben wurde.