Mittwoch, 19. April 2017

KcilbkcürnehcoW KW 16


Montag:

Den Ostalb-Termin verbinde ich wie immer mit einem Besuch beim Markenschuh-discounter.
Leider haben die dieses Jahr so wirklich GAR NIX in meiner Form und Farbe,
was business-Schuhe angeht.

Ich will:

  • Glattleder
  • keine auffälligen Nähte
  • schmaler Schnitt
  • ordentliches Fußbett (in meinem Job muss man gut in den Hintern treten können)
  • Farbe cognac-hell.

Was soll ich sagen?
Trefferquote 2017 = null.

Da man aber auch als Mann ein Schuhgeschäft nicht ohne Neuerwerb verlassen kann
(aus Gründen, die man einer Frau nicht noch erklären muss), wurde es eben ein Paar Freizeitsneaker.



(spätestens HIER beschließt nun der Captn, mich
nie wieder zu einer Captn's Night mitnehmen zu können.)

Dienstag:

Das ist ja immer das Problem, wenn ich zum Metzger einkaufen soll:
Ich krieg' da Hunger, sobald ich an der Theke stehe.

Geht dann meistens so aus, dass ich nach braver Abarbeitung des (hoffentlich) leserlich geschriebenen* Einkaufszettels der Gattin mir noch eine kleine zusätzliche Wegzehrung für den Warentransport zum heimischen Kühlschrank hin mitnehme.

* was btw hin und wieder herausfordernd sein kann,
bedenkt man, dass die Gattin unter Andem das kleine "g"
exakt schreibt wie ein kleines "n", ohne Schwungbogen.

Zum schnellen Aufwärmen reicht die Standklimaanlage hochdrehen auf "HIGH",
während man noch schnell gegenüber zum türkischen Gemüsemann einkaufen gehen.

Das Gesicht der Politesse, die gerade unterwegs war zum Parkscheiben kontrollieren
war sogar aus 25m Entfernung Gold wert.





Mittwoch:

Abends kommt mir die Idee, die Kreidetafel in der Küche mal neu zu beschriften.
Ich und meine super-Ingo-Ideen.

Nehme einen gut geprilten nassen Spüllappen und wische beherzt drüber.
Wer beschreibt mein blödes Gesicht, als sich - nichts tut.
Nicht mal ein Millimeter von der Kreideschrift geht runter?!

Gattin staunt. "Womit hast Du das draufgeschrieben? Zeig mal her!"
Zeige ihr stolz meine Aufbewahrungskonstruktion für den schönen, handlichen, runden Kreidestift.
Selbstgebastelt.

Gattin schlägt sich mit der Hand an die Stirn.
"Du kannst doch UNMÖGLICH meinen Ölpastellstift mit KREIDE verwechselt haben!?"

Doch, ich kann so was.
Leicht sogar.
Immerhin, bis zur ersten Pause im TV-Krimi hatte ich große Teile der Kreidetafel
schon FAST wieder sauber.



Donnerstag:

Mein letzter Kundentermin diese Woche führt mich an einen Ort, der zeigt,
dass es auch (oder gerade!) in guten Wohngegenden Arschlochnachbarn geben kann.

Jedenfalls finde ich, dass es Dinge gibt, die einfach mal gar nicht gehen.
So was beispielsweise.




Freitag:

Am Feiertag erst mal ausschlafen (was im Klartext bedeutet, sich statt vom Klingeln auf dem Nachttisch vom Klingeln in der Hose wecken zu lassen. Blöderweise klingelt der Schwanz derzeit sehr oft VOR dem Wecker, dann ist Ausschlafen natürlich erledigt.)

Führt aber zu skurilen Dialogen am frühen Morgen.
Je nachdem ob die Gattin schon wach ist.

   ich:       (gähhhn-streck-grunz-räkel) "Schaaatz? Stell mal bitte den Wecker ab, der nervt!"
   Weib:    (zieht sich die Ohrenstöpsel raus und schaut dann verduzt im Schlafzimmer umher)
                "Aber der HAT doch gar nicht geklingelt?!"

   ich:       (nimmt unter der Decke ihre Hand und steckt sie sich vorne in die Hose)
   Weib:    "Ach! DER!!"

Nach dem Frühstück (was Gesundes. Angesichts des bevorstehenden familiären Oster-Esstischmassakers) ist erst mal ausgiebige Körperpflege angesagt.

Inklusive Wecker rasieren.

Stelle völlig entsetzt (leider erst) unter der Dusche fest, dass die Gattin mir statt der von mir explizit gewünschten Gillette-VENUS-3-Rasierklingen (blau) irgendwas mädchenhaftes mit Hello-Kitty-color mitgebracht hat.
Und mit SCHAUMSEIFEN vorne dran WTF!?!



Jetzt mal im Ernst, liebe Frauen?
Wie soll man sich denn bitte DAMIT sauber rasieren können?!

Hat übrigens jemand persönliche Erfahrungen mit brazilian waxing?
(Frage für eine Freundin. Die davon noch nix weiß.)


Samstag:

Osterwochenende bei den Schwiegereltern.
Zwei Tage und zwei Nächte.

Wie oft man so ein iPad nachladen muss, das glaubt man gar nicht.
Twitter und WhatsAppPad ziehen doch mehr Saft raus als man denkt.

Das ist -angesichts der Übernachtung der sechsjährigen Nichte bei uns im großen Gästedoppelbett-
auch das EINZIGE, was irgendwo an Saft  rausgezogen wird in den zwei Tagen.
Leider.

Außerdem ist BASCHDLN angesagt.
So hoißt des im Jargon der Familie und ergo auch der Kinder, wenn gebastelt werden soll: BASCHDLN.

In diesem Fall werden Eier ausgeblasen (Sie erraten es sicher) und anschließend angemalt.
Weil das schief geht, trifft es sich super, dass die Gattin auch bereits 2 geleerte Gänseeier zum Bemalen gekauft hat.

Entpacke die Eier, frage mich kurz, wie es über Ostern wohl dem Capt'n geht
und dann werden die Buntstifte ausgepackt.

Die Nichte möchte ihrem kleinen Bruder ein Ei mit einem Dinosaurier drauf malen.
Weil der da so drauf steht (was stimmt, derzeit sind 40% aller tagsüber von ihm gesprochenen Wörter "DINO!!").

Und natürlich hilft man als Onkel.
So gut es eben geht.



Sonntag:

Erstens mal vertrage ich das Essen bei Schwiegers nicht (nie) und zweitens fängt der Laden hier
mir so GANZ LANGSAM AN auf den Sack zu gehen.

Gegen Ersteres hilft Boonekamp (Iberogast-Tropfen sind der Gattin zu teuer geworden).
Und gegen Zweiteres auch.

Spätestens als der Schwager und die Schwiegermutter nach dem Abendessen Fragen diskutieren, weshalb nicht in Deutschland mal irgendein no-name aus der Versenkung auftaucht und mit guten Ideen zum Kanzler gewählt wird, steigt mein Boonekamp-Konsum exponentiell an.

Und erreicht bei Erdogan seinen peak level.
Schön, dass die Gattin den Klappkorb mitgenommen hatte. Fürs Leergut.



Als wir montags dann endlich heimfahren,
sind wir familiär gereizt bis zum Anschlag,
sprechen im Auto kein Wort,
zoffen uns daheim wegen irgendeiner Scheiße,
gehen ohne Gutenachtkuss ins Bett,
Licht aus,
und 20 min später im Dunklen mit Grummlen im Bauch
und Geschluchze von der anderen Bettseite
hab ich dermaßen die Faxen dicke, dass ich mich rüberdrehe,
ihr meinen Wecker ungefragt in den Mund schiebe
und eine Viertelstunde später ist wieder alles in Ordnung.



Lektion der Woche:

Nicht alles ausdiskutieren.



Kommentare:

  1. Oh, mein Ostersonntag verlief fast auch so (zum Glück ohne Übernachtung ;). Familie könnte so toll sein ... wenn wenigstens der Intellekt ein wenig übereinstimmen würde *augenroll* Aber dieses "alles muß ausdiskutiert werden" ist doch irgendwie typisch deutsch, oder?

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    1. "Familie könnte so toll sein", das müsste man eigentlich differenzieren:
      Nach eigener Familie und nach der Familie des Partners.

      In Summe aller eigenen und zugekauften Erlebnisse müsste ich aber sagen: Nee, es könnte eben nicht "so toll" sein ;-.). Das ist immer irgendwie Stress und unlocker, das Ganze.
      Ich könnte gut drauf verzichten.

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  2. Ein Hoch auf das Internet.

    Früher dachte ich immer, ich bin die Einzige mit ner nervtötenden Verwandtschaft. ;-)

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    1. Das dachte ich auch, bis ich feststellte, es geht absolut JEDEM so.

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    2. Na, geteiltes Leid und so. ;-)
      Aber erstaunlich ist das schon.
      Wieso kann nicht der nervtötende Teil zusammenhocken, und der Rest hat Spaß....
      Wobei, den hatte ich dieses Jahr.
      ICH hatte nämlich a) für Speisen, und b) für Getränke gesorgt. Gabs wenigstens auf dem Sektor keine Reinfälle.
      Allerdings, die zwei militanten Ökofreaks, ob die so satt geworden sind. kann ich nicht beurteilen. Verdächtig ruhig waren sie jedenfalls. Und die können ja nicht mal Boonekamp und Kollegen - is ja ungesund. Jeder verarxxxt sich halt selber, so gut er kann.

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    3. Es ist in meiner angeheirateten Familie schon auch so, dass WIR einen guten Teil des Futters mitbringen, weil bei uns einfach qualitativ und auch preislich mehr geboten wird.
      Was trotzdem nix dran ändert, dass Schwiegermama -entgegen der Absprache- NOCHMAL bei sich einkaufen geht und nach 30 min Essen mit 8 Personen der Tisch immer noch so aussieht, als hätten wir noch nicht mal ANGEFANGEN zu essen.

      Militante Ökofreaks am Tisch, wunderbar: Da laufe ich zur Hochform auf, die kann ich leiden...;-)

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    4. Irgendwie ist das schon ein Maßstab in dieser Generation, das der Tisch sich biegen muss. Das wirst Du auch nicht rausbekommen. Ich frag mich dann bisweilen, wo die anderen zwanzig geladenen Gäste sind. Blöderweise stelle ich mit zunehmenden Alter aber ähnliche Tendenzen bei mir fest. ;-)
      Rain, die Militanten sind wirklich nicht lernfähig. Die kriegen bei mir so viel Feuer unterm A...., man sollte meinen, die bleiben freiwillig fern. Aber pfffft, die tauchen immer wieder auf. Obwohl ich diesmal so ne nette Geschichte vom Aussterben der Vegetarier und den wissenschaftlichen Gründen dafür hatte. Mal sehn.
      Aber am Tisch sind die andererseits für jede Menge Unterhaltung gut. ;-) Man muss ja den normalen Gästen auch was bieten, oder?
      Letztens haben sie angesichts des erlegten Wildschweins tatsächlich gesagt, das sie ja nur Biofleisch kaufen....

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  3. mein (unser)n Ostern war phantastisch was die Verwandtschaft betrifft. Diese war nämlich weit weg. Wir haben Ostern zu zweit ohne Kind so verbracht, wie man ein normalen 0815 WE verbringen würde. Viel schlafen, viel nix tun und Amazon Prime Video zum glühen bringen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass mein Schatz erst am Karfreitag Mittag aus dem Krankenhaus entlassen wurde und wir jetzt auf einen histologischen Befund warten müssen, welcher im worst Case unser Leben demnächst erstmal etwas durcheinander wirbeln wird.

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    1. Ich gratuliere zum PERFEKTEN Ostern und drücke Euch die Daumen für Befunde und alles Andere ebenfalls!

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