Montag, 29. Mai 2017

Fridolin


An dem Umstand, dass mich KEIN Bär und KEIN Wolf und auch KEIN hungriger indigener Kannibale als sein Mittagessen auserwählt hat, könnten Sie diverse Schlussfolgerungen ziehen bzw. den einen oder anderen Hergang rekonstruieren:

1. Es hat sich schlichtweg kein Bär/Wolf/Badenser erbarmt. (Je länger ich darüber nachdenke, desto sympathischer und auch logischer wird mir diese Variante)

2. auch in der Fauna hat ein gewisses Mindestmaß an Grundsätzen gesunder Ernährung Einzug gehalten, dabei unbedingt fettreiche Nahrung und alkoholgeschädigte Innereien in der Nahrungskette vermeidend (vom Hirn mal ganz abgesehen).

3. es HAT mich ein Bär/Wolf/Badenser gefressen - aber jemand von Ihnen war im Vorfeld so dermaßen überzeugend mit ihren Tittenfotos, dass sie jetzt meine accounts und Passwörter hat und hier weiterschreibt an meiner statt.

4. auf meinen Wanderwegen muss ich derart abartig verschwitzt und verstunken gewesen sein, dass die im Prinzip kulinarisch interessierten Bären/Wölfe/Badenser sich lieber Wandertouristen in olfaktorisch und mutmaßlich auch gustatorisch besserem Zustand zugewandt haben.

5. hab ich vergessen.


All dies soll (und schafft es auch heute wieder) Sie erfolgreich darüber hinweg (zu) täuschen,
dass ich derzeit trotz Sonne und Freunde und Wandern und fuckmylifesonstnoch ein tief nachdenklicher und trauriger Mann bin.
Worauf Sie eigentlich immer wetten können, wannimmer es was Lautes zu Lachen gibt im SoulBlog.

Und um Ihrer Verwirrung am Montagmorgen vollends den finalen Rettungstritt zu verpassen,
stelle ich Ihnen nun Fridolin vor.


Fridolin lebt seit 5 Tagen bei uns im Teich, ist in zehn Jahren der vierte Froschbesuch und die grüne Scheitellinie einmal komplett vom Kopf bis zum Schwanz kennzeichnet ihn als etwas Besonderes und unterscheidet ihn von allen bisherigen uns besucht habenden Exemplaren von Rana esculenta.



Überlegen Sie sich mal, wie schräg DAS aussähe bei einem Mann - von der Stirn bis zum Schwanz ein grüner Streifen. Da können Sie froh sein, kein Froschmädchen zu sein, geben Sie's zu!


Fridolins Haupttätigkeit besteht derzeit darin, ganztags seine Eier im Teich zu kühlen
und von dort aus 42x pro Stunde "ÄCH WÄLL FÄÄCKKÄÄHHNNN!!" in die Landschaft hinaus zu quaken in der Bestrebung, ein Weibchen das möglichst nicht allzuviel nachdenkt und auf den Ohren etwas taub, möge ihn erhören und die Schenkel spreizen.

Irgendwo ist der mir jetzt schon sympathisch.
Zumal der komischerweise gar nicht weghüpft, wenn ich mich nähere.


Können Frösche eigentlich Tollwut haben?

Kommentare:

  1. _Der_ Grund froh zu sein, kein Froschmädchen zu sein: Bei Fröschen wird im Laufe des Alters der Schwanz immer kleiner, bis er ganz verschwunden ist.
    Da ist ein grüner Strich doch komplett egal oder?

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    1. Ist doch bei MÄNNERN genau so, Miss Whimsy?!
      Also zumindest wird diese Aussage durch meine Beobachtungen morgens in der Sauna gedeckt.^^

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    2. Ich hoffe doch sehr, dass NICHT! Meine These ist ja eher, dass ER sich mit wachsendem Bauch hinter diesen verzieht. Meinen Betrachtungen in der Sauna jedenfalls zufolge ;)

      Ansonsten tippe ich auf Punkt 2.

      Dein Täuschungsmanöver gelingt Dir aber nicht, mein Lieber. Jeder, der sich so ein bisschen für Menschen interessiert, weiß, dass es immer der "Clown" ist, der nach außen lacht und nach innen weint.

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    3. Hoffen wir einfach mal, dass beim Saunablick nicht irgendwann die Restgenetik des Echsenerbes offenbar wird (s. Autotomie) Alles andere was mir jetzt noch dazu einfällt, gehört in den Bereich *böser schwarzer Humor*

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    4. @ Helma:
      Das mit dem Bauch und dem Schutzsuchen darunter teile ich zwar, aber die Saunafeldforschung zeigt auch:
      Offensichtlich "formt der Gebrauch das Organ", und zwar nicht nur ganz langfristig, so wie Darwin es im Sinn hatte, sondern auch beim konkreten Individuum^^.

      Das mit dem Clown muss ich unkommentiert lassen.
      Was ja auch schon wieder eine Aussage in sich ist, streng genommen^^.

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    5. @ Ms. Whimsy:
      Die Restgenetik des Echsenerbes ist sogar an ganz vielen Stellen beobachtbar, bezieht man sich explizit auf die Beobachtung von Männern (ich war kurz versucht, "Männchen" zu schreiben^^).

      Und dann gibt es ja auch noch die Eigenbeobachtung. Die ja jeder Mann vornimmt^^.
      Derzufolge habe auch ich bereits in der Spitze, ähm, etwas verloren.

      Aber das Matterhorn wird ja auch jedes Jahr kleiner.
      Erosion und so.

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    6. Sei nicht so streng ;) Das mit dem Clown war wirklich positiv gemeint. Bzw... mitfühlend.

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    7. SO hatte ich es auch verstanden, versprochen! :D

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  2. BTW Ich bin übrigens auch froh, dass Sie nicht verschluckt wurden, weder ganz noch in Teilen

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    1. Ich bedanke mich sehr für die freundlichen Worte.♥

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    2. Waren Sie denn auch froh oder wären Sie über die Möglichkeit erleichtert gewesen?

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    3. Mich hat in dieser Hinsicht leider mal ein Artikel in einem Magazin diesbezüglich versaut - da stand (allerdings von einer nicht unbedingt wissenschaftlichen Quele), dass nach Übertritt aus dem Leben in das Jenseits es mitnichten so sei, dass dann alle Sorgen, Probleme, Ängste usw. vorbei seien - denn man habe lediglich die "Hülle" verlassen, das Konglomerat dessen, war man "Seele" nennt, sei nach wie vor außerkörperlich da.

      Und mit ihm alles, was dieses Konglomerat ausgemacht habe.
      Das sei ja der Trugschluss, dem Selbstmörder aufsäßen: Dass die Pein ein Ende habe.
      Dies genau sei aber nicht der Fall, vielmehr habe man sich mangels Körperlichkeit im hiesigen Leben der Möglichkeit beraubt, eine Änderung herbeizuführen.

      Das war ein wirklich, wirklich gemeiner Artikel.
      Zwingt er Einen doch zum Verbleib im Hier und Jetzt.

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    4. Weißt du was das Schöne an diesem Artikel ist? Alles graue Theorie. Soweit ich weiß, ist noch immer niemand von "drüben" zurück gekommen, und wir wissen allesamt nicht, was nach dem Tod kommt. Das "Nichts", oder das "Jüngste Gericht", die "rosarote Wolke" und "Engelein werden", whatever - wir werden es "erleben", und es ebenso wenig erzählen können, wie all diejenigen, die vorausgegangen sind.
      (Wie kommt es, dass man von einem launigen Beitrag über das Nicht-gefressen-Werden beim Wandern auf einmal über den Tod und das Danach zu philosophieren beginnt?)

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    5. Muss gerade an "Flatliners" denken. Obs in echt auch schon mal Studenten oder überhaupt Leute gab, die das ausprobiert haben?
      Unabhängig davon interessierte mich wirklich, wissenschaftliche Quelle hin oder her, wie man das nachweisen, messen, belegen wolle, Rain. Der Mensch ist ja so, dass er nur das glaubt, was er auch sehen und anfassen kann. Na meistens jedenfalls. Wobei es eben auch so viele Dinge gibt, die nicht messbar sind oder werden und trotzdem existieren sie.. Ein sehr faszinierendes Thema, wenn man sich mal von der Schwere losgelöst hat.

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    6. @ fly:
      Das ist in den Untiefen der -wie ich anmerken darf- mehrheitlich weiblich geprägten Blogosphäre begründet. Man sollte da in Sachen Logik und Themen-flow nicht allzu strenge Maßstäbe an den Verlauf der Unterhaltungen legen, es hat ja auch oft genug ein bisschen was von angeschickerter Sexspielzeug-Party, was wir hier machen^^.

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    7. @ Helma:
      Eben, das ist es: Ein an sich interessantes Thema.

      Und man darf durchaus auch außerhalb eines "Erfahrungsberichtes" dahingehend spekulieren, was "hinterher" passieren könnte und sich dabei von gewissen Gesetzmäßigkeiten und Annahmen leiten lassen - ich führe als Vergleich gerne an, dass nahezu die gesamte Astronomie der letzten 40 Jahre auf nicht beobachtbaren Fakten beruht, deren Nachweis man lediglich "um die Ecke", nämlich anhand der Nebeneffekte verifizieren kann.

      Und da ich an Geister glaube (in dem Sinne, dass ich um ihre Existenz weiß), ist der Gedanke, selbst einer zu werden, nicht weit.

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    8. Hast Recht, das ist wirklich gemein.
      Aber muss nicht unbedingt die bleibende Vorstellung sein

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    9. Richtig. Das muss es nicht.
      Eine, sagen wir, andere Erziehung und ein anderer Lebenserfahrungsverlauf hätten mich womöglich zu einem Menschen werden lassen, der das Ganze aktiver und gestaltbarer betrachtet.

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    10. Noch sind Sie keine 142 Jahre alt - ich habe durchaus Hoffnung für Sie
      Sie haben Zeit, sich Ihre Vorstellung auszusuchen

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    11. Fürs Erste bin ich einfach nur erleichtert, dass ich nicht der EINZIGE bin, der zwischen SIE und DU hin- und herhüpft, das beruhigt mich wirklich!^^

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    12. Erwischt
      Sprache ist für mich so ein feines und scharfes Instrument, dass ich sie bei Könnern bewundere und selber noch laienhaft damit übe. Ein *Sie* gibt Distanz wo für mich ein *Du* zu nahe wäre

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  3. Willkommen zurück in der Zividingsda, schön dass du es lebend zurück geschafft hast. :)
    Grüß Fridolin, ich finde ihn total klasse mit seinem Steif....äh Streifen!

    Ich mag des Nachbars Gartenteich sehr: Wenn man auf dem Klo sitzt hat man das allerschönste Froschkonzert <3
    Es dürften allerdings mehr Frösche sein für meinen Geschmack, denn das was da bisher lebt, schafft es einfach nicht, alle Mückenlarven zu fressen und die reichlich vorhandenen Stechinsekten gibts bei uns in Größen, wie ich sie noch nirgends sonst in Deutschland gesehen habe.

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    1. Ja, Fridolin Frosch ist klasse. Langsam wird er mutiger. Und damit lauter.
      Ich sah schon die ersten Nachbarn kinnkratzend auf ihren Balkonen stehen^^.

      Falls Du Bedarf an Fröschen hast, hier gibt es den einen oder anderen Löschteich.
      Löschteiche sind quasi die Kelly family in der Froschhaltung^^.

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  4. Vielleicht erkennt Fridolin in dir einen Seelenverwandten und fühlt sich spontan zu dir hingezogen? Möglicherweise könnte sich da aber auch eine Variante des Froschkönigs abspielen (er wäre dann natürlich eine verzauberte Prinzessin, weil's irgendwie ganz blöd gelaufen ist...oder möchtest du lieber die Prinzessin sein?). Bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit euch weitergehen wird. ;D Und die Fotos sind klasse!

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    1. Da nenne ich zum ERSTEN MAL überhaupt einen Frosch nach einem männlichen Vornamen, und Frau Anna gibt gleich mal dessen möglicherweise Andersgeschlechtlichkeit zu bedenken?
      Jetzt werde ich den Eindruck nicht los, IHR vielleicht Unrecht getan zu haben...Mist.

      Das mit dem Froschküsschen glaube ich ist aber eher nicht so gewollt.
      Bei meinem "Glück" gab's da im Märchenbackup eine Fehlspeicherung in unserer Matrix - und statt einer entzauberten Prinzessin steht ein Flaschengeist vor mir und will, dass ich drei Wünsche beantworte...

      Was soll ich denn dann antworten??

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  5. Hoffentlich ist der Gartenteich groß genug, um nicht zu schnell aufzuheizen und der hübsche Fridolin so einen ungesunden Garpunkt erreicht.

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    1. Erst HEUTE habe ich durch fast 20-minütige Kaltfrischwasserzugabe für Fridolin und Fische für Erfrischung gesorgt. Und so gleichzeitig dem Algenvortrieb Einhalt geboten.

      Lediglich die (mittlerweile prächtigen) Wasserschnecken hätten es sich auch durchaus noch wärmer vorstellen können, denke ich - aber irgendwas ist ja immer.

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    2. Ich gehe jetzt nicht weiter auf den begriff "Wasserschnecke" ein - schwitze eh schon wie bekloppt *gnihihi*

      Wird der Teich auch von Vögeln besucht? Ich habe leider keine Möglichkeit, einen Wasserspender oder ähnliches an meinem Balkon zu befestigen - dabei pfeift selbst "meine" Klingeltonamsel schon etwas krächzend :(

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    3. Den Teich benutzen und besuchen tun:
      3 Katzen, 1 Hornisse (jedes Jahr die gleiche?!), 1 Frosch, die Amseln zum Baden abends und gelegentlich Kohlmeisen.
      Das liegt daran, dass er noch eine Innenwanne hat, in der die Seerosen eingepflanzt sind - und diese Innenwanne hat einen Rand, auf dem Pfoten, Krallen und sonstiges guten Grip hat...^^

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  6. Mich der ethnischen Gruppe der Badenser zugehörig - wähle ich die Option Wählerisch ;-) Wir fressen eben nicht jeden. Und wie die Geschichte zeigt sind wir damit gut gefahren Rain.

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Hinterlassen Sie an dieser Stelle ruhig Ihre Gedanken - in dem Bewusstsein, dass Sie sich hier in meinem Wohnzimmer befinden und bei mir zu Gast sind.

Ich freue mich über Ihren Kommentar, wenn er dies beherzigt, aber ich lösche ihn, wenn er sein Gastrecht missbraucht.

Und sofern Sie auf Ihren Kommentar eine Antwort von mir haben möchten, erkenne ich das daran, dass er nicht anonym und ohne Namenszeichen abgegeben wurde.